»Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, sondern gerade schreibe oder konzentriert nichts tue.« So umreißt Günter Grass (1927–2015) sein Tun als Schreibender, als Zeichnender. Für viele Besucher*innen der Galerie Lochner in Dachau sicher eine überraschende Entdeckung: Die mit großer Fülle punktende Ausstellung offenbart, dass Grass, einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts, auch in der bildenden Kunst zuhause war – und dies durchaus professionell.
Positionen
Ausgezeichnet!
Im Jahr 2010 startete, in Kooperation mit der Stadt Augsburg, der Stadtbücherei, dem »NetzwerkLESEN« und den »Freunden der Stadtbücherei e.V.«, dieses besondere Projekt. Schulbibliotheken wurden ausgebaut und neu gedacht. Zwischen kuschligen Sitzecken und bunter Raumatmosphäre verwandelte sich ein für Schüler*innen eher
unbeliebtes, mit Büffeln und Langeweile verbundenes Lernzentrum in einen Rückzugsort und eine Abwechslung vom Schulalltag.
Für die Zukunft fotografieren
Er zählt zu den prominentesten Vertretern seines Fachs in Deutschland. Seine Aufnahmen der Zeitenwende in der DDR, Russland oder Jugoslawien sind Zeichen seiner Kunstfertigkeit wie historische Dokumente. Gleiches gilt für viele seiner Porträtaufnahmen. Einige, wie seine Fotos von Angela Merkel, sind ikonografische Momentaufnahmen. Gegenwärtig sind Arbeiten von Daniel Biskup gleich in zwei beeindruckenden Ausstellungen in Augsburg zu sehen. Das tim zeigt im Foyer eine Serie teils großformatiger Arbeiten, aufgenommen bei der Loveparade in Berlin zwischen den Jahren 1995 und 2005.
Hinter der Kunst
Damit ist der in Augsburg und Berlin lebende Fotograf gleich doppelt in der Stadt vertreten. Auch im Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim) sind noch bis zum 19. November seine dokumentarischen Fotografien zur Berliner »Loveparade« zu sehen.
Popstars, Papst und Putin hatte Daniel Biskup unter anderem bereits vielfach vor der Linse – dafür dürfte er bestens bekannt sein. Die nun ausgestellte Reihe an Porträts von Künstler*innen stellt ein Novum dar.
Wir müssen über Israel und Palästina sprechen!
Im Rahmen des hohen Friedensfestes Augsburg und der derzeitigen Sonderausstellung »Frieden« im jüdischen Museum Augsburg waren Shai Hoffmann, ein deutscher Jude mit israelischen Wurzeln, und Jouanna Hassoun, eine Deutsch-Palästinenserin, an diesem Abend zu Gast.
Wir gratulieren!
Eigentlich ist es für ihn schon fast »Routine«. Der In Augsburg lebende Pianist Evgeny Konnov ist ein wahrer Siegertyp – er ging aus 40 absolvierten internationalen Wettbewerben in der Vergangenheit bereits 30 Mal als Sieger hervor! Und doch eröffnet jeder 1. Platz eines renommierten internationalen Wettbewerbs wertvolle neue Möglichkeiten. Ganz abgesehen davon, welche grandiose Leistung, was für ein immenses Probenpensum und welch pianistisches Virtuosentum es bedeutet, sich nach der Vorauswahl (240 Bewerbende) für die Live-Runden zu qualifizieren.
Erfrischendes Welterbe
Das UNESCO-Welterbe in Augsburg besteht aus einer einmaligen Mischung aus 22 Sehenswürdigkeiten mit technikgeschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung. Es verknüpft technologische Errungenschaften des Wasserbaus, nachhaltige Nutzung von Wasserkraft und die ressourcenschonende Trennung von Trink- und Brauchwasser. Objekte wie Monumentalbrunnen, Wasserbauwerke, Trinkwasserwerke, Kraftwerke, Kanäle und Wasserläufe schmücken nicht nur die Stadt und ihren Landkreis, sie sind Teil der Geschichte Augsburgs.
Wortfluss
Am 29. Juli war die in Birmingham geborene Panjabi- Dichterin Rupinder Kaur Waraich in der Stadtbücherei zu Gast. Ihre Arbeit umfasst vieles – Poesie, Performance, Theater und Film. Am 29. Juli las sie Gedichte aus ihrem Band »Tigress with Wings«, Gedichte über Liebe, Religion, Politik und vielem mehr. Die Themen Identität, Gesellschaft, Beauty-Standards, Sexualität und das Aufwachsen als Mädchen, kombiniert mit der Faszination von Wasser, ziehen sich jedoch wie ein roter Faden durch ihre Poesie.
Hohe Kunst am Bau
Diese Kunst ist wirklich nicht zu übersehen, bunt und plakativ leuchten sie allen entgegen, die den Lech über die Ulrichsbrücke queren. Die sechs himmelhohen Gemälde am sechzig Meter aufragenden Studierendenwohnheim gingen aus einem 2025 gestarteten Wettbewerb von Friedensbüro und dem Verein »Die Bunten« hervor, für den rund 123 Ideen eingereicht wurden. Fünf der nun realisierten Entwürfe wurden von einer Jury ausgewählt, für einen sechsten konnten die Augsburger*innen online votieren.
Wie lange kann der Tod warten?
Die Brechtbühne am Gaswerk ist voll. In der Sekunde, in der das Licht auf die Bühne fällt, verstummt der Saal. Die Kulisse, die nur aus kargen, grauen Wänden besteht, zieht schon ab dem ersten Moment in ihren Bann. Das dadurch entstehende beklemmende, fesselnde Gefühl ist gewollt, denn die Handlung des Theaterstücks ist genauso grau, hart und erschreckend: Depression bei Kindern und Jugendlichen. Das Staatstheater schafft mit unglaublicher Bildsprache, Symbolik und herausragender Schauspielleistung der Darsteller*innen eine Stimmung, die noch Tage anhält.
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