Theater & Bühne

Riesenprobleme – nachbarschaftlich gelöst!

JTA Platz da Schnecke

Als interaktives Theaterstück für und mit Menschen ab 5 Jahren feierte am Jungen Theater Augsburg am Sonntagnachmittag Fayer Kochs »Riesen Probleme – Platz da, Schnecke!« seine mit viel Beifall bedachte Premiere. Im Fokus stehen Fairness und gesellschaftliches Miteinander, mit denen sich starre Regeln und (Aus)Grenzendes überwinden und Platz-Probleme lösen lassen.

Eddie (Carina Bernrieder) ist als Elefant naturgemäß eher dickhäutig. Lustvoll und unbeschwert trompetet er in seinen Schlauchrüssel, während der coole Basketballer Georg (Ramo Ali) als »größter Mensch der Welt« einsilbiger unterwegs ist, um dann verbal zielgenau seine nicht selten anarchisch gefärbten Treffer zu landen. Zusammen leben die beiden auf allerengstem Terrain und müssen sich immer wieder gekonnt absurd und dank akrobatischer Finesse ineinander verrenken, um zu schlafen oder Verstecken zu spielen. In unmittelbarer Nachbarschaft gäbe es jede Menge Freiraum und nicht genutzten Platz, um die eingrenzende Wand irgendwann doch ein klein wenig zu verrücken.

Doch alles, was die beiden sehen und versuchsweise betreten, gehört »von hier nach da und von oben bis unten« dem Besitzer. Und der hat die gewissenhafte Weinbergschnecke Saskia (Susanne Reng) als Security engagiert. Gekonnt setzt sie ihre Trillerpfeife ein und spielt die vermeintliche Autorität aus, um das rigide Reglement – »ortsfremde Körper ohne Erlaubnis sind unverzüglich zu entfernen« – und damit jede Bewegung oder zwischenmenschliche Begegnung mit der seltsamen Nachbarschaft unter Kontrolle zu halten. Und doch plagt auch die Security-Schnecke ein großes Problem: Sie sehnt sich nach einem neuen Haus, seit ihr das alte mit roher Gewalt entwendet wurde. Zu dumm, dass sie von der Bank als nicht kreditwürdig eingestuft wird und der Hauskauf vereitelt wird. Ist das also alles fair? Natürlich nicht! Das wissen auch die kleinen und größeren Zuschauerinnen und skandieren lauthals ihr »unfair, unfair« in Richtung Bühne. Zuvor wird gemeinsam auf der Bühne getanzt, später dürfen einige Kinder beim Versetzen der Außenmauer assistieren oder im Auftrag Saskias in ihrer kurzen Abwesenheit die Überwachungsaktion übernehmen. Gekonnt und behutsam setzte Gianna Formicone als Regisseurin gemeinsam mit den drei bewegungsfreudigen Darstellerinnen das Listige und das oft sehr Lustige dieses Stücktextes um, das ziemlich kindgerecht den Wahnwitz kapitalistischer Normen und Ungerechtigkeiten beleuchtet und so 60 Minuten sinnvolles Kindertheater-Vergnügen bereitet!

Weitere Informationen unter: www.jt-augsburg.de 

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