Abgerissen und Vergessen?
Noch bis zum 23. Oktober ist die Sonderausstellung »verschwundene Bauten« im Augsburger Stadtarchiv zu sehen.
Architekturhistoriker und Autor Gregor Nagler kam auf die außergewöhnliche Idee, verschwundene Augsburger Bauwerke zusammen mit deren Nutzungsgeschichte und Bewohner*innen wieder zum Leben zu erwecken. Mit aufwendiger Forschung und Recherche im Stadtarchiv veröffentlichte Nagler das Buch »Verschwundene Bauten – 18 Augsburger Kulturgeschichten«, in der Ausstellung gibt es acht von den insgesamt 18 Geschichten zu sehen.
Pro Gebäude sind Infotafeln, Fotografien und Bauchzeichnungen, sowie persönliche Fundstücke der jeweiligen Bewohner*innen ausgestellt, wie zum Beispiel die Fläschchen und Rezepte des Essenzfabrikanten Heinrich Kiesow, dessen Wundermittelchen um 1800 äußerst begehrt waren.
Neben einem bereits abgerissenen Kino im außergewöhnlichen Architekturstil der 50er Jahre, dem ehemaligen Kunsthistorischem Ausstellungsgebäude in der Rosenaustraße oder der Waldkuralpe Nervenheil in Leitershofen gibt es noch weitere spannende Möglichkeiten, Augsburger Geschichte(n) zu erleben. Das Besondere an dieser Ausstellung ist der Fokus auf Individuen, die meist in unseren heutigen Geschichtsbüchern quasi unsichtbar bleiben. Durch die Beleuchtung der damaligen »Mittel- und Unterschicht« wird diesen Personen eine Stimme verliehen und die Vergangenheit wird nahbar.
Weitere Informationen unter: www.augsburg.de
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