Aufgestellt & ausgegrenzt
Die neue Ausstellung des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben widmet sich dem Spannungsfeld von Ausgrenzung und Diskriminierung im Sport.
Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben, die Universität Augsburg, die Kunstsammlungen & Museen Augsburg sowie der FC Augsburg haben gemeinsam eine kleine, aber feine Sonderausstellung realisiert. Im Mittelpunkt steht das Thema »Jüdinnen und Juden im Sport in Schwaben im 19. und 20. Jahrhundert«. Im Innenhof des Maximilianmuseums erzählen fünf Stationen die Lebenswege jüdischer Sportler*innen aus der Region.Neben Beispielen wie dem Turnverein Buttenwiesen oder dem Alpenverein Memmingen nimmt die PTGA – die Private Tennisgesellschaft Augsburg – eine zentrale Rolle in der Ausstellung ein. Gegründet vom jüdischen Kaufmann Leo Lehmann, war der Verein bis 1938 ein wichtiger Bestandteil des Alltags Augsburger Jüdinnen und Juden und bot vielen jüdischen Sportler*innen Zuflucht, nachdem sie durch die Gleichschaltung der Sportvereine aus ihren angestammten Vereinen ausgeschlossen worden waren. Die Ausstellung erinnert an Namen wie Heinz (Henry) Landmann, Max und Isidor Einstoss oder die Schwestern Käthe und Lisl Reiter – Menschen, deren Geschichten sonst leicht in Vergessenheit geraten. Ein weiterer wichtiger Teil der Schau widmet sich der Verfolgung während der NS-Zeit sowie der oft lückenhaften Aufarbeitung von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart – ein bedeutender Beitrag zur Erinnerungskultur.Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Ihre erste Station im Maximilianmuseum ist noch bis zum 15. November zu sehen.
Weitere Informationen unter: www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
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Im Erdgeschoss des Kunstforums trifft die Besucher*in auf einen merkwürdig ungelenk wirkenden Schrank: raumgreifend, aus Pappmaché, schwarz, offene Schubladen, leer. Jakob Zimmermann (*1993) bezieht sich hier auf den sogenannten »Augsburger Schrank«. Solche Prunkmöbel, gedacht, um Preziosen und Merkwürdigkeiten in zahlreichen Schubladen unterzubringen, waren im 17. Jahrhundert höchst begehrt. Hier jedoch finden sich die Objekte in den Gemälden, die den schwarzen Schrank umgeben, wie die Darstellung der fünfäugigen Urgarnele.