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Kunst zwischen Tramhaltestellen

La Strada 2026
a3kultur-Redaktion

Es ist Mitte September, der Sommer geht langsam zu Neige und die letzten warmen Tage stehen vor der Tür. Die Blätter beginnen, bunt von den Bäumen zu fallen und tauchen die Augsburger Altstadt in eine gemütlich herbstliche Atmosphäre. 

Wer sich in diesen Tagen nach einem Spaziergang durch die Innenstadt fühlt, sollte gelegentlich nach links und rechts schauen, denn im Gegensatz zu der Natur blüht Augsburgs Kunst und Kultur noch ein Mal richtig auf. 

Am Wochenende vom 11. bis zum 13. September gab es zum Beispiel neben dem internationalen Straßenfest »la strada« auch ein letztes Mal für dieses Jahr die Möglichkeit, die Klaviere des »play me« - Projekts auf verschiedenen Plätzen der Stadt auszuprobieren oder einfach nur den Klängen zuzuhören und zu genießen. Ein kleiner Abstecher auf den Moritzplatz:

Eine Gruppe Freundinnen steht schüchtern neben dem bunten und unbesetzten Klavier vor dem Moritzsaal. Sie tuscheln und kichern, bis sich ein junges Mädchen der Gruppe erbarmt und auf den Hocker setzt. Sie beginnt zu spielen. Neben klassischen Stücken auch ein paar Cover von Harry Styles und Coldplay. Der kleine Platz füllt sich, angezogen von den süßen Klängen. Manche beginnen mitzuklatschen oder zu filmen, andere stehen mit geschlossenen Augen und lauschen. Ein Stück neben dem Klavier steht ein Mann um die 80. Begeistert hört er dem Mädchen zu und ein Schmunzeln ziert sein Gesicht. 

Als das Mädchen allmählich zum Ende kommt, klatscht und pfeifft die Menge. Der Mann macht einen Schritt auf das Klavier zu, erst zögerlich. Als dann der Hocker einige Minuten leer bleibt, atmet er durch und setzt sich. Schon mit den ersten Tastentönen fesselt er die Leute. Emotionen zwischen Trauer, Freude und Ergriffenheit wandern durch die Gesichter und man hat fast das Gefühl, auf dem Moritzplatz bleibt für einen Moment die Zeit stehen – Die Klavierklänge lassen für diesen Augenblick den Alltag vergessen, Unterschiede vergessen. Wie eine Glasglocke stülpt sich die Musik über den Platz. 

Bleiben wir doch am Moritzplatz. Am 11. September war im Rahmen des »la strada« das argentinische Künstlerduo »Compañía MosqueTa« in Augsburg zu Gast. Mit Akrobatik, Jonglage, visuellem Humor und Zirkuskunst zeigten die beiden ein lebhaftes und überraschendes Zusammenspiel aus Vertrauen, Spiel und Ausdruckskraft. 

Für das mittlerweile traditionelle Augsburger Straßenfest »la strada« sind Künstler*innen wie »Compañía MosqueTa« nichts Neues. Seit vielen Jahren bringt die Stadt herausragende internationale Straßenkünstler*innen nach Augsburg und sorgt für eine außergewöhnliche Unterhaltung. 

Auch am Rathausplatz war die Stimmung einzigartig. Der sympathische, sehr junge Londoner Straßenkünstler »Harvey Juggling« motivierte die Menge mit einer Offenheit und einem Humor, dass sogar Skeptiker*innen ein Schmunzeln nicht verwehrt blieb. Seine Show, die aus Messern und anderen Objekten jonglieren und sich durch einen Tennisschläger quetschen bestand, überzeugte vor allem durch seine comedianhafte Art.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die meisten dieser Künstler*innen von ihrer Kunst und ihren Touren leben (müssen) und eine überragende Gage springt bei Straßenfesten vermutlich nicht heraus. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Kunst mit kleinen (oder großen) Spenden zu unterstützen, damit Feste wie das »la strada« weiter stattfinden und es sich Künstler*innen mit ihren außergewöhnlichen und teils kuriosen Talenten weiterhin leisten können, den Menschen ihre Begabungen zu zeigen.

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