Festival
Klassik

Mammutprojekt

Goldmund Quartett © Sebastian Stipout

Als neues Klassikfestival garantieren die »Musikfestspiele Schwaben« hochkarätige Konzerte und legen einen Schwerpunkt auf den Nachwuchs.

Marisa Metzger und Jakob Stepp leben gemeinsam mit ihrer Tochter in Stadtbergen und feierten im Juni ihre Hochzeit. Das allein wäre noch kein Grund, über sie zu berichten. Zeitgleich feierten die beiden die offizielle Eintragung des von ihnen initiierten Vereins »Förderkreis Musikfestspiele Schwaben«, an dem sich beispielsweise Simon Pickel (Mozartfest Augsburg), Dr. Klaus Metzger (Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg a. D.) und Katharina Moritz (Bayerischer Musikrat) im Vorstand engagieren.

Ein wahres Mammutprojekt mit Konzerten, Meisterkurs und Education-Programm

Innerhalb kürzester Zeit haben die beiden ein Mammutprojekt aus dem Boden gestampft: Konzerte, Meisterkurse, Education-Programm. Von Solo-Recitals renommierter, in Augsburg bislang selten gehörter Musiker*innen bis hin zu außergewöhnlichen Ensemblekonzerten ist von Augsburg bis Ottobeuren Hörenswertes geboten. Zu den Musiker*innen, die bei der Festspiel-Premiere 2026 auftreten, gehören u.a. Julian Steckel (Violoncello), Baiba Skride (Violine), Tobias Feldmann (Violine), Pablo Barragán (Klarinette), Maximilian Kromer (Klavier), das Goldmund Quartett (siehe Foto), Matthias Well (Violine) sowie dem hiesigen Publikum besonders vertraute Namen wie Sophia Brommer (Sopran) und Takeo Sato (Gitarre). Betrachtet man das Programm, zeigt sich, dass Jakob Stepp – selbst
Cellist und künstlerischer Leiter des Festivals – genau das umgesetzt hat, was sein Anspruch ist: »Wir schaffen hier eine Mischung aus hochklassigen Musiker*innen mit Wurzeln im Bezirk und herausragenden Künstler*innen von außerhalb und setzen damit neue musikalische Impulse.«

Schwerpunkte: Nachwuchsförderung und ein Miteinander schaffen

Neben dem attraktiven Konzertprogramm liegt ein Schwerpunkt auf der Nachwuchsförderung. Zu Beginn jedes Konzerts präsentieren sich Nachwuchsmusiker*innen mit einem kurzen Beitrag – ein Pendant zum Vorband-Prinzip, adaptiert an die Welt der klassischen Musik. »Hierfür kooperieren wir beispielsweise mit »Live Music Now Augsburg« oder dem »LMC« oder wir schauen, wer beim Wettbewerb »Jugend musiziert« gut abgeschnitten hat«, so Marisa Metzger. Beiden ist es aber auch ein Anliegen, Nachwuchsprojekte der angrenzenden Regionen vorzustellen: »Für unser Konzert im Kleinen Goldenen Saal kooperieren wir beispielsweise mit dem Puchheimer Jugendkammerorchester «, ergänzt Jakob Stepp. Eine weitere Besonderheit des Festivals ist die geplante geografische Ausdehnung: Nach und nach soll sich das Festival über den gesamten Bezirk Schwaben erstrecken. »Mittelfristig möchten wir Konzerte auch in die ländlicheren Regionen des Bezirks bringen, in denen bislang wenig klassische Konzerte stattfinden«, erklärt Jakob Stepp und fügt hinzu:

»Selbstverständlich gibt es auch in zahlreichen ländlichen Regionen bereits hervorragende Angebote. Auch darin sehen wir eine große Chance: Wir freuen uns immer über Ideen und Kooperationen mit bereits bestehenden Festivals, Gemeinden und Institutionen in der Region. Gerade in Zeiten, in denen an vielen Stellen im Kulturbereich gespart werden muss und eigeninitiativ aufgebaute Projekte engagierter Menschen wegbrechen, wollen wir bewusst etwas entgegensetzen. Wir möchten mit den Musikfestspielen Schwaben kein Gegeneinander oder Nebeneinander, sondern ein Miteinander. Wir sind daher jederzeit offen für Kooperationen – insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung.«

Bemerkenswert ist zudem das facettenreiche Education-Programm: Bereits im ersten Jahr sind Schulkonzerte, Auftritte in Krippen sowie Konzerte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen Teil des Konzepts. »Es genügt nicht, wenn im Konzertsaal immer dieselben Personen sitzen. Das ist schön und wir brauchen diese Menschen dringend – doch ebenso wichtig ist es, klassische Musik in die Breite zu tragen und vor allem junge Menschen zu begeistern. Viele Institutionen und Festivals haben das inzwischen erkannt und entsprechende Programme entwickelt. Es war daher für uns nie eine Frage, ob wir ein Education-Programm als Teil des Festivals wollen.«

»Die Welt der klassischen Musik braucht Nachwuchs – am Instrument ebenso wie im Publikum«

Die Education-Angebote sollen möglichst dort angeboten werden, wo es keine städtische Musikschule gibt. »Viele private Anbieter leisten hervorragende Arbeit. Doch ohne staatliche Subventionen sind diese Angebote meist teuer; es entsteht dadurch eine zusätzliche soziale Selektion: Musikunterricht bleibt den Kindern vorbehalten, deren Eltern sich musikalische Bildung leisten können. An privaten Einrichtungen ist dieses Problem meist noch stärker ausgeprägt«, ordnet Marisa
Metzger ein. Zusätzlich zum Education-Programm sind für die »regulären« Konzerte feste Kartenkontingente für Schüler*innen eingeplant.

Jedes Jahr mindestens ein Meisterkurs – diesmal für Violoncello im Gymnasium bei St. Stephan

Wie wichtig den beiden die Nachwuchsförderung ist, zeigt sich auch daran, dass jedes Jahr mindestens ein Meisterkurs stattfinden soll. Für dieses Jahr konnte der renommierte Cellist und Professor Peter Bruns gewonnen werden. Zum Kurs, der in diesem Jahr im Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg stattfindet, reisen Cellistinnen und Cellisten aus ganz Deutschland an. Das Festivalprogramm weckt nicht nur Neugier, sondern hohe Erwartungen für die Zukunft. »Wir haben all das nur geschafft, weil uns Menschen, Unternehmen und Institutionen einen Vertrauensvorschuss entgegengebracht und uns unterstützt haben.«

Marisa Metzger und Jakob Stepp

Termine der Musikfestspiele Schwaben:

  • Sophia Brommer, Takeo Sato, Jakob Stepp, Freitag, 25. September Kaisersaal, Ottobeuren
  • Solo-Matinee: Julian Steckel, Sonntag, 4. Oktober Rokokosaal Augsburg
  • Baiba Skride, Pablo Barragán, Jakob Stepp, Maximilian Kromer, Mittwoch, 7. Oktober Kleiner Goldener Saal
  • Goldmund Quartett, Freitag, 9. Oktober Bürgersaal Stadtbergen
  • Solo-Recital: Tobias Feldmann, Samstag, 17. Oktober St. Jakob, Friedberg
  • Takeo Sato, Jakob Stepp, Samstag, 7. November Bürgersaal Meitingen
  • Trio á la carte – Trio Konzert mit Drei-Gänge-Menü, Samstag, 28. November Kloster Holzen

Weitere Informationen unter: www.musikfestspieleschwaben.de 

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