Der Gestalter der Stadt
Augsburg feiert 450 Jahre Elias Holl: Leben und Werk des Rathaus-Erbauers werden zu seinem 450. Geburtstag mit einer großen Ausstellung im Maximilianmuseum und zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen gewürdigt.
Das Bild unserer Stadt ist, ungeachtet aller Veränderungen und Zerstörungen, erstaunlicherweise bis heute von den markanten Bauten des Elias Holl (1573–1646) geprägt, die dieser als Stadtwerkmeister errichtet hatte, darunter sein Hauptwerk, das imposante Rathaus. Der Protestant Holl, einer der bedeutendsten deutschen Architekten des 17. Jahrhunderts, wirkte in einer Stadt, die eine Hochzeit in Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft durchlebte. Augsburg war Metropole.
Elias Holl scheint bis heute eine Art Augsburger Säulenheiliger zu sein, dessen Rang jedoch im Lauf der Jahrhunderte – auch wissenschaftlich – ganz unterschiedlich bewertet wurde. Zwischen »simpler Maurermeister« und »genialer Architekt« war alles vertreten. Dies zeigte sich auch in den vier Ausstellungen, die Holl bislang gewidmet waren, die letzte 1985, damals zum Augsburger Rathaus. Nun, zum 450. Geburtstag, beleuchtet Kurator Christoph Emmendörffer, der Leiter des Maximilianmuseums, Holls Leben, sein Werk und das zeithistorische Umfeld neu. Den Schwerpunkt der Betrachtung bilden Holls stadtbildprägende Bauten. Mit 334 vielfältigen Exponaten – Modellen, Zeichnungen, Plänen, Kunsthandwerk und Gemälden, darunter auch hochkarätige Leihgaben – soll das gesamte Maximilianmuseum drei Monate lang zum Spielfeld für ein Gesamterlebnis werden, das Holl selbst, aber auch seine Zeit und sein Nachwirken umfasst.
Die Ausstellung wird von einem gewichtigen Katalog mit 672 Seiten und rund 800 Abbildungen begleitet, der in wissenschaftlichen Beiträgen neue Erkenntnisse und Quellenfunde berücksichtigt. Es geht aber auch kleiner: Eine Graphic-Novel von Christoph Emmendörffer und Paul Rietzl, basierend auf dem Tagebuch des Kunstagenten Philipp Hainhofer, erzählt von Augsburg im Dreißigjährigen Krieg.
Ein vielfältiges Begleitprogramm bietet neben Führungen in mehreren Sprachen für verschiedene Zielgruppen auch Workshops, Lesungen, Vorträge. Zudem steht vor dem Museum das »Kunstmobil«, ein Kreativraum für Kinder und Jugendliche. Auch zwei »Goldene Holl-Nächte« im Juni und September sind geplant.
Die große Jubiläumsschau »Elias Holl (1573–1646) Meister–Werk–Stadt« ist vom Samstag, 17. Juni bis zum 17. September im Maximilianmuseum zu sehen.
Weitere Informationen auf der Website der Kunstsammlungen: www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/holl
Sehen Sie hierzu auch unseren Beitrag zum neuen Kulturreiseführer zu Augsburgs Renaissance-Baumeister aus dem Context Verlag.
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