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Die Wittelsbacher im Wittelsbacher Land

In die Region: Das Haus Wittelsbach – Könige und Kaiser aus Bayern

Reizvolle Natur, altbairische Kultur und Lebensart – dafür steht das Wittelsbacher Land, die Heimat einer der bedeutendsten Dynastien Europas. Das idyllische Paartal, barocke Wallfahrtskirchen und herrschaftliche Schlösser in malerischer Landschaft. Die Geschichte der Wittelsbacher begann genau hier, im Wittelsbacher Land! Anno 1180 belehnte Kaiser Friedrich Barbarossa einen Wittelsbacher mit dem Herzogtum Bayern. Von diesem Zeitpunkt an bis 1918, also stolze 738 Jahre lang, hat dieses Hochadelsgeschlecht Geschichte geschrieben. Sie waren eines der ältesten und bedeutendsten deutschen Herrschergeschlechter. Jahrhundertelang stellten die Wittelsbacher Pfalzgrafen, die späteren Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern (1180 – 1918). Sie waren jedoch auch die Herren von Holland, Statthalter der spanischen Niederlande, Könige von Böhmen, Griechenland und Schweden und sie stellten zwei deutsche Kaiser. Die Dynastie der Wittelsbacher umfasste wahrlich eine Fülle faszinierender Charaktere. Mit ihnen verbindet man Höhepunkte der deutschen Kunst- und Geistesgeschichte. Durch die Gründung wichtiger Städte, Klöster und Residenzen trugen die Wittelsbacher maßgeblich zur Etablierung Bayerns, als kulturellen und geistigen Brennpunkt Europas, bei.

Wer sich im Wittelsbacher Land heute auf Spurensuche begibt, trifft auf spannende Geschichte & Geschichten. Ihren Namen haben die Wittelsbacher, die ursprünglich in Scheyern lebten, von ihrer Stammburg in Oberwittelsbach übernommen. Die Burg, die 1209 völlig zerstört wurde, stand dort, wo heute die prachtvolle Burgkirche »Beatae Mariae Virginis« steht. Burgplatz und Burgkirche in Oberwittelsbach, das Wittelsbacher Schloss in Friedberg und das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach – sie alle legen Zeugnis für eine längst vergangene Zeit ab.

Bundesweite Aufmerksamkeit erzielte die Landesausstellung 2020, die vom Haus der Bayerischen Geschichte in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Aichach-Friedberg, sowie den Städten Aichach und Friedberg, unter den erschwerenden Umständen der Corona-Pandemie,  veranstaltet wurde. Die damaligen Ausstellungen im Wittelsbacher Schloss Friedberg und im Feuerwehrhaus Aichach befassten sich unter dem Titel »Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte« damit, wie und wann Bayern zum Städteland wurde.

Nicht nur die Städtegründung der beiden Herzogstädte Aichach und Friedberg, mit ihren hübschen historischen Stadtkernen, ist auf das mächtige bayerische Herrschergeschlecht der Wittelsbacher zurückzuführen. Kühbach spielte für den Aufstieg der Herrscher Dynas­tie ebenfalls eine wichtige Rolle. Herzog Max in Bayern, Vater von Kaiserin Sisi, besaß im Umkreis von Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell ein ausgedehntes Jagdrevier und Schlösser. Und auch in Aichach oder Mering gibt es so einiges zu entdecken … Die charakteristischen Eigenschaften der Wittelsbacher – das bäuerliche Beharren, die Umsetzung einer vorsichtigen Politik des Machbaren und ihr hochentwickelter, anspruchsvoller Kunstsinn – haben Spuren hinterlassen, die sich auch heute noch im reizvollen Wittelsbacher Land, direkt vor den Toren Augsburgs, eindrucksvoll erleben lassen.

Wittelsbacher Stadtgründungen per Rad

Städtebilder der »Deutschen Romantik«, geprägt durch die Schlösser & Gärten der Wittelsbacher! Mit politischer Weitsicht schweißten sie im
19. Jhdt. die Landesteile Schwaben & Franken als funktionierendes Staatswesen zusammen. Sie ebneten damit den Weg für ein modernes Bayern. Friedbergs Stadtgründung ist auf die Wittelsbacher zurückzuführen. Die »Wittels­bacher Spuren-Tour«, eine neue, attraktive Radtour, lädt zur Erkundung ein.
www.augsburg-tourismus.de

Friedberg – mit der Lauschtour ein ganz besonderes Erlebnis!

Die ehemalige Bastion am Eintrittstor zu Bayern, pulsierendes Uhrmacherzentrum im 17. Jahrhundert. Eine malerische Altstadt, das Wittelsbacher Schloss und eine der prächtigsten Wall­-
fahrtskirchen Bayerns!
www.bayerisch-schwaben.de

Wittelsbacher Schloss Friedberg

Die vierflügelige Anlage wurde im Jahre 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet. Ein Brand hatte den Bau im Jahr 1541 zerstört. Herzogin Christine von Lothringen erwählte es 1568 zum Witwensitz. Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens. Heute ist die aufwendig sanierte Schlossanlage ein Kulturzentrum mit großem Rittersaal und prächtigem Innenhof. Herzstück des Schlosses ist das Museum. Die Museumssammlung erstrahlt in neuem Glanz. Elegant, raffiniert – Mitmachstationen und Medienangebote, Schlossgarten und Museumscafe – ein lohnenswerter Besuch.
www.museum-friedberg.de

Stadtmuseum Aichach

Das Stadtmuseum Aichach überrascht mit seiner Vielfalt. Es zeigt einen Querschnitt durch die Kunst- und Kulturgeschichte der alten Herzogstadt Aichach. Wechselnde Sonderausstellungen, lebhaft und spannend präsentiert. Eine spannende Zeitreise für alle Besucher*innen!
www.stadtmuseum-aichach.de

Schloss Unterwittelsbach

Die Ausstellung im kleinen Wasserschloss, dem ehemaliges Jagdschloss Herzog Max von Bayern, dem Vater der späteren Kaiserin Sisi, zeigt das Leben zweier außergewöhnlicher Monarch­innen und damit auch große europäische Geschichte aus zwei Zeitaltern. Zum einen der Mythos Sisi: multimedial inszenierte Einblicke in Elisabeths Leben von der Kindheit bis zum Tod. Sie erzählen von höfischen Zwänge, Sisis Schönheitskult und der Reiselust der Kaiserin. Zum anderen Königin Maria Theresia (13. Mai 1717 – 29. November 1780): auch sie eine bedeutende Herrscherin des Hauses Habsburg. Ab 1740 bis zum Tod, war sie regierende Erzherzogin von Österreich und, ebenso wie Sisi, Königin von Ungarn und Böhmen. Als Gattin von Franz Stephan I. (römisch-deutscher Kaiser), war sie zwar nicht selbst gekrönt, wurde aber als Kaiserin tituliert. Website: www.aichach.de

Lauschtour Audio-Guide

Das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach, Jagdschloss von Herzog Max, verkörpert die Kindheitsidylle der späteren österreichischen Kaiserin Sisi. Die neugotische Schlosskapelle setzt orientalische Akzente und ist eine absolute architektonische Rarität! Eine Lauschtour zu Sisis Spuren führt durch die Parkanlage und das nahe Wäldchen.
www.bayerisch-schwaben.de

Kulinarik

Zur Lebensart der Wittelsbacher gehörte Kunst und Genuss. Wer es dem berühmten Adelsgeschlecht gleich tun möchte, der verbindet den Kunstgenuss im Wittelsbacher Land mit einer genussvollen Pause. Die Spezialitäten Wirte offerieren regionale Genussvielfalt auf höchsten Niveau: www.spezialitaetenwirte.de

Tipps

Wanderung: Zum Stammsitz der Wittelsbacher und zum Sisi-Schloss: Die abwechslungsreiche Wanderung verbindet Natur- und Kulturgenuss. Die Strecke ist größtenteils flach und führt durch Wald, an Wiesen und Feldern entlang, über überwiegend befestigte Wege. Man passiert zwei Schlösser und eine geschichtsträchtige Burgkirche.

Startpunkt: Pfarrkirche St. Magnus, Paarer Str. 2, Kühbach. Parkmöglichkeiten: Parkplatz am Marktplatz in Kühbach; Parkplatz Großhausener Straße (bei der Infotafel!)

Nächstgelegene Haltestelle: Kühbach
www.avv-augsburg.de
Wegweisung: blau/gelbe Markierung
Länge: 11,5 km, Gehzeit: ca. 3 Stunden
www.wittelsbacherland.de
 

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