Politik & Gesellschaft

Weise, reif und wild

Gast
10. Juni 2022

In die Region: Eine Lebensreise auf dem neuen Lechradweg. Ein Gastbeitrag von Ingrid Yasha Rösner.

Schon die Servicemedien des neuen Lechradwegs machen Lust, sich sofort auf den Sattel zu schwingen, denn sie verbinden Inspiration mit spannenden Infos und digitalem Input. Sie sind sozusagen ein Rundum-sorglos-Paket für unbeschwertes Radreisen entlang des letzten Wildflusses Europas. Wer ihm folgt, wird erstaunt sein, wie er seinen Charakter auf den 243,6 Kilometern verändert. In fünf Etappen führt der Radweg durch Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Fast scheint es so, als würden Radfahrer seine Lebensreise im Rückblick erleben. Um diese erlebbar zu machen, haben sich vier Regionen zusammengeschlossen: Umgekehrt der Fließrichtung des Lechs geht es über Bayerisch-Schwaben und den Pfaffenwinkel ins Allgäu und durch die Naturparkregion Reutte bis ins Lechtal. Als »weiser Lech« fließt er mit seiner Kraft in einem gleichmäßigen Strom durch die weiten Talebenen von der Mündung bis hinter Landsberg am Lech. Im Imagefilm und im digitalen Serviceheft erzählt er von seinen Erfahrungen und all dem Leben, das er an seinen Ufern erschaffen hat. Als »reifer Lech« lenkt er von Landsberg bis nach Füssen den Blick auf die vielen Geschichten am Uferrand und zeigt, wie er den Menschen zu Wohlstand verhalf und bis heute das Gesicht vieler Kulturräume, Dörfer und Städte prägt. Als »wilder Lech« begleitet er Radreisende vom Lechfall bei Füssen bis nach Steeg ins Lechtal, dem Endpunkt des Lechradwegs, und führt damit aus menschlich geprägten Landschaften in die mächtige Natur eines einsamen Tals. Leidenschaftlich berichtet er von den vielen Lebensräumen, die er immer wieder neu erschafft und so vielen Tieren und Pflanzen wichtige Rückzugsorte schenkt.

Links und rechts des Weges werden die vielen spannenden Geschichten rund um den Lech, seine Nutzung als Energielieferant, Naturphänomene und Sehenswürdigkeiten erlebbar gemacht. Schon mal etwas vom Lechzopf gehört? Wie funktioniert die Fischaufstiegsanlage an der Staustufe in Kaufering? Und wie sieht es im Bauch des historischen Wasserkraftwerks Langweid aus, das als Technikdenkmal zum UNESCO-Welterbe »Augsburger Wassermanagement-System« gehört? Viele der Höhepunkte an der Strecke werden im digitalen Serviceheft erklärt. Zudem kann man an über rund 30 Audiotouren, sogenannten Lauschpunkten (ab 30.06.2022 verfügbar), noch tiefer in die Geschichten eintauchen. Sie sind auch für Menschen mit Seheinschränkungen eine tolle Möglichkeit, Expertenwissen direkt vor Ort zu bekommen. Auf Teilstücken des Lechradwegs wurden zudem vier barrierefreie Routen mit Verlängerungsmöglichkeiten geschaffen, die im digitalen Serviceheft mit eigens erlebbaren Höhepunkten beschrieben werden.

Für den digitalen Reiseassistenten wurden wichtige Anwendungen für Radreisende klug durchdacht und er setzt definitiv neue Maßstäbe. Er bündelt alle Informationen zum Weg und zu den einzelnen Etappen und navigiert über die Gesamtstrecke. Leicht bedienbar filtert er unter anderem radspezifische Unterkünfte, Reparatur- und  Ladestationen. Viele Infos sind sogar offline abrufbar. Extrabonus: Mit der App kann man seine Reise individuell von der An- bis zu Abreise planen und mit dem Reisetagebuch seine Erlebnisse sogar mit Freunden teilen. Die werden wahrscheinlich vom Büro aus neidisch gucken. Deshalb: Nichts wie rauf auf den Sattel und dem Fluss des Lebens folgen!

 

Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober, bitte unterschiedliche Klimazonen am Lech berücksichtigen
Länge: 243,6 km, aufteilbar in fünf Etappen
Gesamtdauer: rund 17  Stunden, 1.206 Höhenmeter
Wegebeschaffenheit: überwiegend Asphalt und wassergebundene Decken auf gut beschilderten Wegen
Kostenlose Übersichtskarte und mehr Infos auf: www.lechradweg.info

 

Foto: Der Lech am Hochablass. Mit im Bild, die frisch renovierte Olympia-Kanustrecke und der Kuhsee. © Stadt Augsburg

 

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