Literatur

Verloren, vergessen, in Literatur verwandelt

Gastautor

Am 27. September verlieh der Bezirk Schwaben nun zum 17. Mal den Schwäbischen Literaturpreis. Unter den über 220 Einsender*innen zum diesjährigen Motto »Lost Places. Verlorene Orte« konnte sich Heinz Peter Geißler durchsetzen und wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Bezirkstagspräsident Martin Sailer begrüßte die Gäste der Veranstaltung in der Kresslesmühle und zeigte sich beeindruckt von der Kreativität der Autor*innen. Wie verschieden die Perspektiven auf »Lost Places.« sind, zeigen die vier Preisträger*innen an diesem Abend. Im Gespräch mit Moderator Marius Müller erzählten sie von ihren Inspirationen und lasen schließlich je eine Passage aus dem eigenen Text.

Inklusionsbegleiterin Elisabetta Michel begeisterte mit ihrem Text »Kreise«, in dem sie sich intensiv mit dem Jetzt und Damals einer jungen Frau auseinandersetzt. Damit wurde sie mit dem Nachwuchspreis des Schwäbischen Literaturpreis 2022 ausgezeichnet.

Platz drei des Hauptpreises belegte Michael Lichtwark-Aschoff. In »Und die Ringe haben geschwiegen« widmet sich der Intensivmediziner den Jahresringen von Bäumen, die ihre ganze eigene Geschichte in einem von Gewalt geprägten Südamerika erzählen.

Den zweiten Platz erreichte Student Philipp Cyprian mit »Kernschmelze«. Seine beiden Protagonisten Otto und K. erleben den heißesten Tag des Jahres gemeinsam in einer kleinen Wohnung, sind mit der unbändigen Hitze und sich selbst konfrontiert.

Der erste Platz ging an Heinz Peter Geißler für seinen Text »Unsere berühmte argentinische Stille«. Tiefgründig, nachhallend und mit einer Prise Humor wandelt der Autor darin durch Erinnerungen, reflektiert und fordert die Lesenden heraus.

Die Geschichten der Preisträger*innen sowie 12 weitere herausragende Einsendungen sind in der Anthologie »Lost Places. Verlorene Orte« im Wißner-Verlag veröffentlicht.

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