Theater & Bühne

Die Tücken einer (offenen) Beziehung

a3kultur-Redaktion

Das Sensemble Theater feierte am Samstag, 2. Juli, die Premiere von »Offene Zweierbeziehung« und beschäftigte sich mit viel Humor und Tempo mit dem Beziehungsmodell der offenen Beziehung.

Googelt man »Offene Beziehung« stößt man auf viele Fragen: Ist eine offene Beziehung sinnvoll? Wie führt man eine offene Beziehung? Für wen ist eine offene Beziehung geeignet? Das Sensemble Theater versorgte seine Zuschauer*innen auf der Sommerwiese neben dem Theater gleich im Programmheft mit den wichtigsten Regeln zum Thema. Deutlich wird, Reden hilft – wie in vielen Bereichen des Lebens – ungemein. Offene Kommunikation ist vor allem in dem Konstrukt offene Ehe wichtig und so halten es auch Antonia und Giovanni, die/der Protagonist*in der Komödie von Dario Fo und Franca Rame (Regie in Augsburg: Jörg Schur).

Antonia wünscht sich nichts sehnlicher als die Aufmerksamkeit ihres Mannes und will gerne wieder von ihm aufs Bett geworfen werden und mit tiefen Augenringen, unausgeschlafen den nächsten Tag beginnen. Giovanni hingegen verbringt seine Abende und Wochenenden lieber mit seinen zahlreichen Liebschaften, schläft lieber mit ihnen als mit seiner Frau und vergleicht Antonia schließlich mit seiner Mutti. Wow! Keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ehe – geschweige denn für eine offene Ehe. Antonia möchte sich deswegen mehrmals umbringen, sucht die Aufmerksamkeit ihres Mannes bis zur Selbstaufgabe. Letztlich beschließt sie, sich ebenfalls eine Liebschaft zuzulegen und das Blatt wendet sich – zum Guten für Antonia, nicht unbedingt zum Guten für die Beziehung der beiden und vor allem nicht zum Besten für die Gesundheit von Giovanni.

Das Tempo des Stücks ist rasant. Auf nur wenigen Quadratmetern, rund um eine gelbe Tür, spielen Daniela Nering (Antonia) und Florian Fisch (Giovanni) (Foto) um ihr Leben und um ihre Eh(r)e. In dem Stück geht es Schlag auf Schlag, die Handlung ist oft witzig, leider aber auch sehr antiquiert. Denn bevor sich Antonia einen Liebhaber suchen kann, muss sich die Ehefrau und Mutter erst noch »optimieren«, um überhaupt auf dem »Markt« eine gute Partie darzustellen. Sie nimmt ab, treibt Sport, macht ihren Körper »schön«. Puh! Das mag vielleicht in der Zeit, in der das Stück entstand (Uraufführung 1983), noch akzeptabel gewesen sein, heute sollte man es nicht unkommentiert stehen lassen.

Weitere Termine finden am 10., 16., 17., 23., 24., 30. und 31. Juli, jeweils um 20.30 Uhr, auf der Sommerwiese neben dem Sensemble Theater statt.

www.sensemble.de