Theater & Bühne

Theater. Macht. Zukunft.

Jürgen Kannler
29. Juli 2021

Wie keine anderen Kulturorte stehen die Theater im Fokus der Diskussion um Machtmissbrauch und Hierarchiestrukturen. Start der neuen a3kultur-Reihe

Cholerische Intendant*innen, Mobbing im Ensemble, übergriffige Maestros, Spielleiter­*innen mit Empathiedefizit, sadistische Ballettmeister*innen, rassistische Regisseur*innen und Schauspieler*innen – und schwelende Ängste in den Ensembles. Insbesondere Künstler*innen mit zeitlich begrenzten Engagements erdulden oft mehr, als sie ertragen können, anstatt sich zu wehren. Sie stehen, gerade im System Stadt- und Staatstheater, am untersten Ende einer Klassengesellschaft, in deren Geschäftsmodellen gerne mit Begriffen wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit hantiert wird. Ein selbstbewusstes Auftreten hinter der Bühne gilt in den von Männern dominierten Intendantenbüros allerdings nur in den seltenen Fällen als Empfehlung an den Kolleg*innenkreis.

Wie korrespondieren Machtmissbrauch und Hierarchiestrukturen in den Theatern? Ist dem einen beizukommen, ohne das andere zu hinterfragen? Welche Folgen hat der Diskurs für die Theaterlandschaft der Zukunft?

Die a3kultur-Redaktion diskutiert diese Themen seit geraumer Zeit mit Theatermacher*innen und Kulturpolitiker*innen aus unserer Region. Sie holt Meinungen ein, sammelt Beiträge von Expert*innen und arbeitet mit Informationen direkt aus den Theatern.

Den Beginn der neuen Spielzeit im Blick fragen wir uns und unsere Gesprächspartner*innen, was wir mit all den Corona geschuldeten Erlebnissen und Erfahrungen anfangen können. Führen die Wege zurück zum Anfang oder nutzen wir die Zeit, um Strukturen und Gewohnheiten, aber auch Machtzentren zu hinterfragen? Werden wir in postpandemischen Krisenzeiten mit all ihren zu erwartenden, auch budgettechnischen Verwerfungen den Mut dafür aufbringen, neue Wege zu suchen? Und wenn ja, wie könnten diese Wege aussehen?

In einer mehrteiligen Serie will sich die a3kultur-Redaktion mit diesen Themen auseinandersetzen. Den Anfang machen wir mit Auszügen aus der bemerkenswerten Publikation, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung und nachtkritik.de in Kooperation mit weltuebergang.net vom Frühjahr dieses Jahres.

Bild: »Der Sitz der Macht« ist im Theater der Feuerwehrplatz. Foto © Jan-Pieter Fuhr (Ausschnitt)

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