Festival

»Eine spannende Reise um das Klavier«

a3redaktion
1. September 2021

Vom 5. bis 12. September feiert der bekannte Pianist Sebastian Knauer mit seinem Team von Mozart@Augsburg ein kleines Comeback. Im Interview mit Jürgen Kannler erzählt Knauer was die Besucher*innen erwarten können.

Jürgen Kannler: Mozart@Augsburg findet nach längerer Pause wieder statt. Wie kam es dazu?

Sebastian Knauer: Wir haben uns nur eine Auszeit gegönnt, die pandemiebedingt etwas länger ausfiel. Aber wir hatten immer vor, wieder ein Festival auf die Beine zu stellen.

Wann hattet ihr die Planungssicherheit das Festival dieses Jahr stattfinden zu lassen?

Anfang des Jahres haben wir beschlossen, dass wir das Festival stattfinden lassen wollen. Im Frühjahr haben wir uns für September entschieden. Eine Planungssicherheit haben wir aber bis heute nicht.

Im Programm dabei ist Michael Nyman - ein Held meiner Jugend. Wo hast du diesen Künstler kennengelernt?

Einen ersten Kontakt mit seiner Arbeit hatte ich durch seine klassisch angelegten Kompositionen. Bewusster wahrgenommen habe ich ihn dann durch seine Filmmusik. Über die Jahre verfolgte ich sein Schaffen. Als ich den Plan hegte Mozarts Musik der heutigen gegenüber zu stellen, kam ich recht schnell auf Nyman und habe ihn kurzerhand kontaktiert. Ich hatte Glück, dass er Lust und Zeit hatte.

Du gibst gerne Stücke in Auftrag.

Absolut. Natürlich haben wir ein unendlich großes Repertoire und ich spiele die alten Meister mit großer Begeisterung, aber mich interessiert auch was heute passiert. Ich finde es spannend zu sehen, wie moderne Komponisten klassische Musik interpretieren und wie sie für einen Pianisten von heute schreiben. Die Kombination von alter und neuer Musik finde ich einfach toll.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Nyman?

Ich wollte eine Brücke zwischen den Sonaten von Mozart schaffen und für diese Brücke war Nyman zuständig. Ich habe die Auswahl der Mozartstücke getroffen und ihm geschickt. Letztlich war er aber in seiner Arbeit absolut frei. Die Übergänge zwischen den einzelnen Sonaten, die er geschaffen hat, passen wunderbar zusammen.

»The Mozart Nyman Concert« ist der krönende Abschluss, das große Finale in einem BMW Autohaus. Wie viele Zuschauer können das Konzert dort sehen?

Der Ort ist sehr flexibel. Wir wissen momentan aber noch nicht, wie wir die Stühle stellen dürfen, welche Abstände eingehalten werden müssen. Das bleibt abzuwarten.

Ich bin gespannt wie du den Sound in diesen Ort reinbringen willst.

Keine Sorge, dafür haben wir Profis.

Ich freue mich, dass dein Freund Daniel Hope wieder nach Augsburg kommt.

Daniel war schon oft in Augsburg und es lag auf der Hand, dass ich ihn auch wieder einlade.

Auf dem Programm steht auch Boogie Woogie in der Ulrichskirche.

Vor ein paar Jahren haben Martin Tingvall, Joja Wendt, Axel Zwingenberger und ich uns schon einmal zusammengetan. Wir wollten sehen, ob unsere verschiedenen Genres auch zusammen funktionieren. Wir haben mit unserem gemeinsamen Konzert vier oder fünfmal die Staatsoper vollgemacht. Es macht einfach großen Spaß! In unserem Konzert in Augsburg stellt sich jeder mit seiner Musik kurz vor, wir spielen aber auch zusammen – an zwei Flügeln. Es ist einfach eine spannende Reise um das Klavier.

Bei der Eröffnungsgala  stehst du auch nicht allein auf der Bühne.

Genau, ich habe versucht auch Kollegen einzuladen, die aus anderen Gegenden kommen, wo sie feste Größen in der Klassikszene sind, aber vielleicht hier noch weniger bekannt sind. Alexey Botvinov kommt zum Beispiel aus Odessa. Gemeinsam spielen wir an diesem Abend auch Schostakowitsch. Ich wollte unbedingt seine energiereiche und schwungvolle Musik zum Auftakt des Festivals.

Es sind auch Gäste aus dem Bereich »Next Generation« dabei. Wie kam es dazu?

Es war uns wichtig, auch diejenigen mit einzubeziehen, die besonders unter dem Stillstand litten: die jungen Künstler. Vor allem sie brauchen Auftritte, Möglichkeiten sich zu präsentieren. Als ich am Anfang meiner Karriere stand, bekam ich auch Starthilfe. Das möchte ich nun gerne weitergeben.

Euer Programm ist sehr beachtlich. Es ist regional und international zugleich. Ihr stemmt das aus eigener Initiative heraus – wie macht ihr das?

Wir finanzieren uns aus privaten Spenden und Beiträgen aus Fördervereinen und letztlich durch die  Einnahmen. Wir sind natürlich darauf angewiesen, dass diese Unterstützung bleibt. Dieses Jahr ist es besonders schwer, weil wir weit weniger Tickets anbieten dürfen als vor der Pandemie. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit die Menschen auch wieder bereit sind rauszugehen und sich ein Konzert anzusehen. Egal wo ich hingehe, die Menschen sind ängstlich. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man 1,5 Jahre hört, dass der Tod im Konzertsaal lauert – um es überspitzt darzustellen. Auch die doppelt Geimpften sind zögerlich. Wir müssen einfach abwarten was passiert und das Vertrauen der Zuschauer zurückgewinnen, so dass sie ohne Sorgen die Konzerte besuchen.

Der Verein Amadeus hat circa 300 Mitglieder – das ist beachtlich!

Wir sind sogar noch gewachsen. Zwischen den Mitgliedern besteht ein enger Zusammenhalt – das ist einfach super! Wir wollen natürlich wieder dazukommen, dass wir nicht nur die Menschen erreichen, die bei uns im Verein sind, sondern auch alle außerhalb.

 

www.mozartaugsburg.com

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