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Fußballweltmeisterschaft Ball
a3kultur-Redaktion

gemacht für Konzerne und Tyrannen?

Abende im Biergarten, Public Viewing, kollektives Mitfiebern – die Fußball-WM war einmal ein Fest. Im Juni ist es wieder so weit. Doch was uns in Mexiko, Kanada und insbesondere den USA erwartet, fühlt sich weniger nach Fußball an als nach der nächsten Entfremdung zwischen Turnier und Fans.

Mehr Teams, mehr Spiele, erstmals ein verbindlicher Menschenrechtsrahmen. Klingt nach einem Event für »Alle«. Doch hinter der Fassade bleiben viele Fragen offen. Fans aus Senegal, Iran, Haiti oder der Elfenbeinküste bleiben wegen US-Einreisebeschränkungen außen vor. Nicht der Fußball entscheidet, wer dabei sein darf, sondern politische Realität. Und wer einreisen darf, zahlt einen absurden Preis. Vier- bis fünfstellige Ticketkosten sind nur der Anfang. Für eine halbstündige Busfahrt von Manhattan zum Finalstadion in New Jersey werden während der WM plötzlich 150 Dollar fällig statt normalerweise 13. Der Fußball selbst scheint dabei längst zur Nebensache geworden zu sein. Dabei ist all das nur die Spitze des Eisbergs. Denn auch die politische Lage in den USA, gesellschaftliche Spannungen und die Frage, inwiefern Sportgroßereignisse als Mittel des Sportswashings dienen, werden diese Weltmeisterschaft begleiten. 

Vielleicht ist genau das der Grund, warum die Vorfreude von Turnier zu Turnier schwindet. Nicht, weil der Sport seine Faszination verloren hätte, sondern weil die Weltmeisterschaft immer stärker wie ein durchoptimiertes Großevent wirkt – gemacht für Konzerne und Tyrannen, nicht für jene Menschen, die Fußball einst zu einem globalen Fest gemacht haben.

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