Festival

Klapps – Impressionen und eine Frage

Iacov Grinberg
4. November 2019

Erwachsene Zuschauer konnten Vorführungen von sieben Puppentheatern genießen, für jüngeres Publikum und Familien spielten elf Ensembles. Die für das Augsburger Publikum gewohnten Marionetten, von groben Menschenebenbildern bis hin zu ganz zarten Figürchen, traten auf der Bühne in Begleitung von lebendigen Schauspielern, Masken, Fingerhüten und als Schattentheater in Erscheinung. Einzelne Vorführungen zu beschreiben hat kaum Sinn: Diejenigen, die sie gesehen haben, haben wunderbare Eindrücke mitgenommen – eine Besonderheit aber lohnt sich zu besprechen.

Im Unterschied zu früheren Klapps-Festivals stammten sechs der insgesamt elf Puppentheater, die am Programm für Kinder und für Familien teilgenommen haben, aus Augsburg und der Region. Man sah fröhliche und glückliche Kindergesichter nach den Vorführungen. Jüngeres Publikum in Augsburg ist mit der Vielfalt des Puppenspiels gesegnet. Anders sieht es bei größeren Zuschauern aus. Momentan gibt es in Augsburg nur die Puppenkiste – mit wenigen Vorführungen für Erwachsene. Mein Zeitbudget eines schon Seniors erlaubt mir, manchmal nach München zu fahren, um das ein oder andere dort gastierende Puppentheater anzuschauen. Im Saal des Kulturhauses abraxas gab es jedoch sehr viel jüngere Leute, die erwerbstätig sind und keine Zeit für solche Ausflüge haben. Ein Ausweg könnten Theaterstücke lokaler Puppentheater für Erwachsene sein. Es gibt ein großes Potential hierfür.

Puppentheater werden in der Regel von kleinen Grüppchen aus Enthusiasten geführt. Viele von ihnen sind in der Lage, auch Stücke für Erwachsene zu inszenieren. Gespräche mit ihnen bestätigen ihren Wunsch, dies anzubieten. Es stößt aber auf großen organisatorischen Aufwand beim Wechsel der Präsentation – vom gewohnten jüngeren zum erwachsenen Publikum. Für kleine Ensembles ist dieser Kraftakt häufig zu groß.

Das Problem ist deutlich: Einerseits die Notwendigkeit, der Wunsch und die Möglichkeit, andererseits ein zu großer organisatorischer Aufwand. Ich selbst kann keine realistische Lösung dieses Problems vorschlagen und wende mich an Sie, liebe Leser*innen, vielleicht kennen Sie eine machbare Lösung. Dies wäre für uns und für die ganze Stadt gut.

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