Literatur

In 20 Büchern durch Europa

Juliana Hazoth
29. August 2021

Eine literarische Rundreise

Teil 4: Polen, Russland und Rumänien

Noch bis 13. September währt, zumindest schulisch, die Ferienzeit. Damit das Fernweh auch im heimischen Garten, auf dem nächstgelegenen Campingplatz oder am Baggersee erfolgreich gestillt wird, begeben wir uns in den a3kultur-Ausgaben Juni bis September auf eine vierteilige literarische Rundreise durch Europa. Im September, im vierten und letzten Teil unserer Serie, geht es in den Osten. Für einen kleinen literarischen Einblick sorgen unsere fünf Buchtipps.

Olga Tokarczuk
(PL) Der Gesang der Fledermäuse   
320 Seiten, 2019
Erschienen beim Kampa Verlag
www.kampaverlag.ch

Nahe der polnisch-tschechischen Grenze wird eine ältere Dame zur Ermittlerin. Janina Deszeijko mag Tiere lieber als Menschen, übersetzt Gedichte und widmet sich astrologischen Studien. Als jedoch eines Tages ihr Nachbar tot aufgefunden wird, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Mit einer außergewöhnlichen Heldin im Zentrum hat die polnische Autorin Olga Tokarczuk einen Roman geschrieben, der in keine Schublade passt. Über Genregrenzen hinaus ist Der Gesang der Fledermäuse eine skurril witzige, spannende und rasante Kriminalgeschichte!

Astrid Seeberger
(RO) Goodbye, Bukarest   
244 Seiten, 2020
Erschienen bei Urachhaus
www.urachhaus.de

Jahrelang dachte Astrid, der älteste Bruder ihrer Mutter wäre im Krieg bei Stalingrad gefallen. So erzählte es die Familie. Erst nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Astrid, dass dies nicht stimmt. Niemand scheint zu wissen, was wirklich mit ihm passiert ist. Astrid macht sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Onkel, bis ihre Reise sie schließlich nach Bukarest führt. In Goodbye, Bukarest verarbeitet die Autorin Astrid Seeberger ihre eigene Familiengeschichte. Das Ergebnis ist ein dichter und bildgewaltiger Schicksalsroman nach wahren Begebenheiten.

Olga Grjasnowa
(RU) Der verlorene Sohn  
383 Seiten, 2020
Erschienen beim Aufbau Verlag
www.aufbau-verlag.de

1839: Der junge Jamalludin gerät zwischen die Fronten. Seit Jahrzehnten tobt der Kaukasische Krieg, in dem sein Vater in Bedrängnis gerät. Um die Wogen zu glätten, gibt er seinen Sohn als Geisel nach St. Petersburg. Dort ist Jamalludin jedoch hin- und hergerissen zwischen Heimweh und den Verlockungen der neuen Welt des Zaren. Die preisgekrönte Autorin Olga Grjasnowa erzählt in Der verlorene Sohn eindringlich von der Suche nach der eigenen Identität im Spannungsfeld von Kulturen, Religionen und der verheerenden Wirkung eines Kriegs ohne Sieger. Ein gleichermaßen zarter wie brutaler Historienroman!

Tomasz Jedrowski
(PL) Im Wasser sind wir schwerelos
224 Seiten, 2021
Erschienen bei Hoffmann und Campe
www.hoffmann-und-campe.de

Polen im Jahr 1980: Ludwik und Janusz sind verliebt, eigentlich eine Unmöglichkeit. Doch dieser Sommer nach ihrem Examen gehört nur ihnen. Sie verbringen an einem verborgenen See im Wald eine magische Zeit miteinander, doch die Realität kehrt schließlich zurück. In einer Welt des Umbruchs muss sich Ludwik entscheiden; hat er den Mut, er selbst zu sein? Der Debütroman des jungen polnischen Autors Tomasz Jedrowski ist kraftvoll und poetisch, tieftraurig und herzzerreißend schön. Im Wasser sind wir schwerelos ist ein absolutes Must Read!

Katherine Arden
(RU) Der Bär und die Nachtigall  
432 Seiten, 2019
Erschienen bei Heyne
www.penguinrandomhouse.de/Verlag/Heyne

In dem kleinen Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, erzählt man sich Geschichten über uralte Magie und dem Winterkönig mit den frostblauen Augen. Für die junge, wilde Wasja sind es jedoch keine Märchen. Sie kann die dunkle Macht des Waldes spüren und die schützenden Geister sehen. Von russischen Sagen inspiriert erschafft die Debütautorin Katherine Arden in ihrer Winternacht-Trilogie eine märchenhafte Fantasywelt. Der Bär und die Nachtigall erzählt die packende Geschichte einer starken Heldin in einem fantastischen Setting, richtig gute Fantasy!

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