Festival

Wie wir leben wollen

a3redaktion
18. Februar 2018

Johann Fatzer en mass

Die Eröffnung des Festivals am 23. Februar feiert die Premiere von »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer«. Christian von Treskow inszeniert das Brechtsche Fragment für das Theater Augsburg im martini-Park. Dass sich dieser »Jahrhunderttext« (Heiner Müller) ideal in den  Leitgedanken des Festivals einfügt, zeigt seine intensive Verarbeitung in verschiedensten Angeboten. Die Theaterpädagogik des Theaters Augsburg veranstaltet in der Reihe »Theater als Expedition« einen Workshop zum Stück für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene – am 23. Februar ab 16 Uhr in der villa (ehemals k15). Ebenso nähert sich das »theter ensemble« mit ihrer Produktion »Fatzernation« dem Werk an. Premiere der Inszenierung, die Egoismus und Gemeinschaftssinn kollidieren lässt, ist am 28. Februar im City Club.

Eine weitere Premiere, diesmal in Sachen Kapitalismuskritik, feiert das Sensemble Theater am 23. Februar mit »Der kalte Hauch des Geldes«. Der Finanzwestern von Alexander Eisenach verschachtelt kluge Kritik in unterhaltsame Dialoge. Sebastian Seidels Inszenierung erweitert die Ausdrucksmöglichkeiten des Textes um Songs des Komponisten Rainer von Vielen. Ganz im Sinne Brechts greift der Regisseur auch auf das Stilmittel des Verfremdungseffekts zurück.

Gastspiele aus Berlin, Zürich, Bremen

Ebenso dürfen sich die Brechtfestival-Besucher*innen auf drei Gastspiele freuen. Das Berliner Maxim Gorki Theater nimmt in einer Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich Brechts Gedicht »Über die Bezeichnung Emigranten« als Ausgangspunkt für das Projekt »Winterreise« – eine Mischung aus Road-Movie und animierter Graphic Novel. Die Schauspieler*innen, die aus Afghanistan, Syrien und Palästina stammen, zeigen darin am 4. März im martini-Park ihren Blick auf Deutschland. Als weitere Gastspiele sind die Aufführungen von »Der gute Mensch von Sezuan« (Theater Bremen, 25. Februar, martini-Park) und »Dickicht« (Maxim Gorki Theater, 3. März, Brechtbühne) im Programm vertreten.

Von Brock bis Sargnagel

Neben den zahlreichen Theaterangeboten wird in diesem Jahr ein ebenso großer Fokus auf Literatur und ihren Diskurs gelegt. Zur Podiumsdiskussion »Das ABC der Solidarität« werden am 25. Februar die drei Autor*innen Kathrin Röggla, Stefanie Sargnagel und Bazon Brock auf die Brechtbühne geladen. Ausgehend von Brechts Essay »Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit« verfassen sie im Vorfeld jeweils ein Thesenpapier zum Leitthema »Egoismus und Solidarität«, auf welchem die Diskussion anschließend basiert. Ebenfalls auf der Brechtbühne findet am 4. März eine Veranstaltung mit Sasha Marianna Salzmann und Deniz Utlu statt. Die Autorin wird aus ihrem Roman »Außer sich« lesen und im Anschluss mit Utlu über fließende Identitäten ins Gespräch kommen.

Brecht und Popkultur

Auch Musikliebhaber*innen kommen beim Brechtfestival traditionell nicht zu kurz: Da gibt es zum Beispiel die irische Folkmusikerin Wallis Bird, die uns ihre sanften Balladen im Rahmen der »Langen Brechtnacht« am 24. Februar im tim vortragen wird. Zum Festivalausklang wird am 3. März in den Provino Club geladen. Gäste in dieser Nacht sind der Augsburger Singer-Songwriter Benni Benson mit dem Künstlerkollektiv »Albert Matong Atelier für Musik«, Martin Bechler aka »Fortuna Ehrenfeld« aus Köln und das DJ-Team Melomani.

Das komplette Programm des Brechtfestivals finden Sie unter:
www.brechtfestival.de


Abbildung: Exil-Schauspieler*innen präsentieren ihre »Winterreise« im martini-Park (Foto: Esra Rotthoff).

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