Festival

Vom Taubenschlag zum Fischerholz

a3redaktion
11. Juli 2016

»Mut ist angewiesen auf das Individuum und darauf, dass dessen Einsatz von Gewicht ist,« schreibt Thomas Palzer in einem Gastbeitrag im gerade erschienenen Friedensfest-Programmheft. So bedeutsam Mut für eine Gesellschaft sein mag, er fängt mit einem persönlichen Prozess an. »Mut handelt aus Einsicht«, so der Philosoph – im Gegensatz zur Tollkühnheit. Lesen Sie dazu Thomas Palzers kompletten Beitrag auf dieser Seite.

Der Idee, dass Mut bei jedem Einzelnen beginnt, trägt das diesjährige Programm durchaus Rechnung. So gibt es eine ganze Reihe an Formaten anbietet, die aus Beteiligungsprozessen entstanden entstanden sind oder aber Möglichkeiten zur individuellen Mitgestaltung und persönlichen Auseinandersetzungen anbieten. »Wir wollen uns mit dem Mut auseinandersetzen und ihn nicht denen überlassen, die mit ihrem Auftreten einen Mut zu Vorurteilen, zu Abgrenzung und zu Diskriminierung propagieren«, so die Leiterin des Augsburger Friedensbüros Christiane Lembert-Dobler.

Offiziell eröffnet wird das Friedensfestprogramm am 14. Juli um 18:30 Uhr mit einer Gesprächsrunde im Goldenen Saal. Unter dem Titel »Mut haben. Mut beweisen. Mut machen.« diskutieren Christine Lüders (Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes), Prof. Rotraud A. Perner, (Juristin, Psychoanalytikerin, evangelische Theologin) und Thomas Palzer (Autor, Schriftsteller, Philosoph). Im Anschluss folgen eine Performance der »Ich bin O.K.«-Dance Company aus Wien und die Berliner Band »Adirjam«. Bereits am 8. Juli um 19 Uhr startet der »Taubenschlag« am Moritzplatz. Die Friedenszentrale wird bis zum 8. August unter anderem von Green Belt, theter und Bluespots Productions bespielt – als Wohnzimmer und kreative Plattform für Akteure und Gäste. Vier weitere Projekte des umfangreichen Friedensfest-Programms möchten wir Ihnen vorab näher vorstellen.

Theater: Somme(r) 16
22. Juli, 19 Uhr, Kulturhaus abraxas

100 Jahre nach der Sommeschlacht ist Augsburg erstmals seit 2.000 Jahren entmilitarisiert, die Sommestraße ist Kreativquartier, nicht Kaserne. Den Toten des Ersten Weltkriegs gibt die Komponistin Bettina Wenzel eine Stimme: Sie verwandelt Namen von Gefallenen der Sommeschlacht und deren Sterbedaten von 1916 aus dem Stadtarchiv in Musik. Das Duo Merzouga verbindet die Klänge mit Sounds aus dem heutigen (friedlichen) abraxas. Eingebunden in das Konzert sind Performances des Jungen Theaters Augsburg mit Schülern aus Kriegshaber, Pfersee und Oberhausen.

Stadtspaziergang: Schluchten – neue Nachbarn
24. Juli, 19 Uhr sowie 25. Juli, 10 und 19 Uhr, Fischerholz

Wie können Menschen friedlich miteinander leben, trotz unterschiedlicher Werte und Traditionen? Das ausgelassene Lebensgefühl, aber auch die bittere Armut der Augsburger Sinti und Roma erregte von je her die Gemüter der Nachbarschaft. Aktuelle Umfragen ergeben, dass keine andere Gruppe in Deutschland mehr Ablehnung erfährt. Das Projekt »Schluchten – neue Nachbarn« untersucht Vorurteile und Vorbehalte bei einem theatralen Stadtspaziergang durchs Fischerholz in Augsburg-Oberhausen. Schauspieler, Sinti und Roma führen mit authentischen Geschichten durch das Viertel.

Livemusik: Festival der Kulturen
29. Juli, 18 Uhr und 30. Juli, 15 Uhr, Annahof/Dekanatsgarten

Ein musikalisches Highlight ist auch 2016 wieder das Festival der Kulturen. Dabei spannt das Programm wie gewohnt einen weiten Bogen: So gibt es neben Mystic-Folk aus Polen (»Laboratorium Piesni«), Balkan-Brass aus Frankreich, Bulgarien und Serbien (»Haïdouti Orkestar«) unter anderem Psychedelic aus Ägypten, Irak und Palästina (»Alif«), Afrobeat aus Nigeria (»Julius Orlando & The Heliocentrics«) und Desert-Rock aus Niger, Mauretanien und den USA (»Bombino«) zu hören. Im Anschluss an die Open-Air-Konzerte heißt es Weitertanzen auf der Aftershowparty im City Club.

Performance/Gespräch: Silent House Of Prayer
4. August, 19 Uhr, Kulturhaus abraxas

Reinhard Gupfinger gastiert 2016 als Artist in Residence des Projekts »Welcome in der Friedensstadt« in Augsburg. Der Linzer Medienkünstler macht hier eine Reihe von Tonaufnahmen bei Messen, Gottesdiensten und Andachten verschiedenster Glaubensgemeinschaften (Dokumentation unter: www.welcome-in-der-friedensstadt.de). Im Rahmen einer »Silent Disco« im Kulturhaus abraxas wird ein Teil davon erlebbar gemacht. Ergänzend dazu zeigt ein von a3kultur präsentiertes Werkstattgespräch, wie er die Tonaufnahmen in dreidimensionale Reliefs umarbeiten wird. Ihren Höhepunkt findet die Arbeit von Reinhard Gupfinger dann am 20. September mit der Vernissage des Projekts »Silent House of Prayer« in der Galerie Beate Berndt. Das AiR-Projekt endet im Oktober mit dem lab30-Festival.

Weitere Infos und das komplette Friedensfest-Programm gibt es online unter:
www.augsburg.de/kultur/kulturthemen/frieden

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