Club & Livemusik

September, DEEPly remember

a3kultur-Redaktion

Augsburgs musikalische Subkultur-Giganten DEEP sagen Adieu. Ein Abschied unter Brüdern am Samstag, 24. September mit Fogdriver und Valerio Tricoli.

Es ist nicht zu fassen: DEEP geben ihr Abschiedskonzert. Nach 29 Jahren. »Ziemlich seltsam und unwirklich« fühle es sich an, sagt Bernd Spring, der zusammen mit Stefan Vetter die zwei Herzkammern des Noise-pulsierenden Zwei-Bässe-Organs bildet. DEEP, das war Reduktion aufs Maximum, Intensitätszwillinge in einem süßest-dichten, vibierenden Nebel aus Drone, Noise, Pop und Postrock. Wucht-Ambient im Lechstahl-Werke-Gewand. Soundkathedralen groß wie der Augsburger Dom, dabei reicher im Klang wie die Fugger (und goldener), »Eat the rich« eingeritzt in die Lautsprecher.

Nunja, und nun ist es soweit. Am Samstag, 24. September (übrigens Internationaler Tag der Hasen 2022) gibt das Duo vor seiner Himmelfahrt sein letztes Live-Konzert in der villa (Kanalstraße 15). Es ist bezeichnend, dass jemand wie Sascha Stadlmair, engagierter Anwalt un- und außergewöhnlicher Musik, diesen Farewell-Gig in seiner Konzertreihe von attenuation circuit veranstaltet. Die guten Menschen in Augsburg finden sich immer, die guten Ohren und Geschmäcker auch. (»Ohren finden sich? Wie ist das denn jetzt gemeint?!« – lassen wir's einfach mal so stehen, wie DEEP den Noise in der Klangarena.)

Mit dabei an diesem Abend sind Fogdriver mit ihrem psychedelischen Post- und Spacerock: Desert Tunes aus Giengen und Heidenheim, instrumental, mental und phänomen(t)al. Wie man in Baden-Württemberg halt so drauf ist. Eine faszinierende Genre-Ergänzung findet der Abend mit dem Auftritt von Valerio Tricoli. Der Experimentalmusiker aus Palermo vollführt mit einem RevoxB77-Kassettenrekorder und einem Sampler Echtzeitimprovisationen in Musique Concrète – eine innere, albtraumhafte Landschaft der Imagination. Wie man in Palermo halt so drauf ist. Beginn des Konzertabends ist pünktlich im 21 Uhr, Einlass 20 Uhr.
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