Festival

Die Popkultur zieht um

Janina Kölbl
17. Juni 2019

Das größte Jugend- und Popkulturfestival Schwabens, das zuletzt im Kongress am Park und im Wittelsbacher Park beheimatet war, zieht ab 2019 für mindestens vier Jahre auf das Gaswerkgelände. Wir sprachen mit Festivalleiter Christoph Elwert, Produktionsleiter Patrick Jung und Programmkoordinatorin Antonia Konstanciak. Die größte Herausforderung für die Macherinnen und Macher war es, das Festival mit einem Gesamtetat von 1,1 Millionen Euro in die Struktur des Gaswerks zu verlagern – ohne inhaltlich und qualitativ Abstriche machen zu müssen. Kalkuliert wird wie bisher mit bis zu 10.000 Besucher täglich. Der über Jahre erprobte partizipative Charakter des Musik- und Rahmenprogramms soll beibehalten werden.

Beim Thema Anreise wird es eine Neuerung geben: In Kooperation mit der swa gilt die Eintrittskarte gleichzeitig als Fahrschein für Busse und Straßenbahnen sowie den Nachtbus in Augsburg. Nächstgelegene Haltestellen sind für die Linie 2 der Bahnhof Oberhausen oder für die Linie 4 Bärenwirt sowie für die eigene »Modular-Linie« Oberhausen-Süd an der Wendeschleife beim Josefinum. Der Fußweg von dort aus zum Gaswerkgelände dauert rund 10 Minuten. Wer mit dem Rad kommt, kann sich auf sogenannte »Fahrradgarderoben« freuen, die speziell für das Festival eingerichtet werden. Geh- und Fahrradwege werden ausgeschildert.

Zur Premiere im Gaswerk wird ein neuer Programmpunkt präsentiert: »Modular PLUS« bietet im Ofenhaus auf der Brechtbühne regionalen Bands am Donnerstag und Samstag die Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren und dabei mit anderen Musikern, Bookern und Labels zu vernetzen.

In den vergangenen Jahren viel diskutiert wurde das Thema Lärmschutz. Die Programmmacher fühlen sich gewappnet: Dem Besucherstrom in Richtung Oberhausen sehen sie durch begleitende Aktionen für Anwohner gelassen entgegen. »Das wichtigste ist es, die Leute abzuholen und zu informieren«, so Christoph Elwert. Es wird ein Anwohnertelefon und ein Informationsbereich am Festivalgelände eingerichtet. Ebenso wurden in den entsprechenden Bereichen Infoflyer ausgelegt und Messungen zur Schallentwicklung gemacht. Falls sich trotz aller Bemühungen Störungen und Beschwerden ergeben sollten, wird in den nächsten Jahren beim Lärmschutz nachgerüstet.

Der Umzug des Modular Festivals und der Standort Gaswerk wurden vielfach diskutiert und sind laut den Machern alternativlos. Der Locationwechsel bietet den Besuchern die Chance, das Areal nach seinem Umbau – meist erstmalig – kennenzulernen. Die Identifikation und die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen durch Volunteering sehen die Programmmacher auch hier als Chance. Durch die Nähe zum Jugendhaus h2o des Stadtjugendringes könnte man eine Zielgruppe jenseits der Gymnasiasten und Studierenden erreichen, die bislang den Großteil des Publikums bildeten.

Das Festivalprogramm soll den Querschnitt der Jugend ansprechen. Das Line-up ist vielfältig quer durch alle musikalischen Genres. Mit von der Partie sind unter anderem Bonaparte, Frittenbude, OK Kid, Errdeka, Die Orsons, Altin Gün, Friska Viljor, Superorganism uvm.

Die Indoorflächen, die im Kongress am Park unter anderem mit einem Poetry Slam und Gamingzonen bespielt wurden, sind auf dem Gaswerkareal abseits des Ofenhauses in dieser Form nicht darstellbar. Laut der Programmkoordinatorin Antonia Konstanciak dienten die Innenräume zuletzt meist als Rückzugsort bei schlechtem Wetter und waren nicht die beliebtesten Aufenthaltsorte der Besucher.

www.modular-festival.de

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