Film

Ein Leben für den Widerstand

Thomas Ferstl
9. Juni 2016
Anna Proell

»Mitten im Ersten Weltkrieg bin ich geboren. Als ich das Laufen lernte war immer noch kein Frieden. Und als ich Nachdenken lernte, sprach man wieder vom Krieg. 1939 habe ich selbst erfahren, was Krieg für die Menschen bedeutet. Und im hohen Alter bin ich wieder eine von denen, die gegen den Krieg auftreten. Den Krieg wollten wir damals verhindern.«

Anna Pröll, geborene Nolan, wuchs in einer Augsburger Arbeiterfamilie auf, die Mutter war Weberin, der Vater Webmeister. Wegen seiner politischen Tätigkeit für die Kommunistische Partei Deutschlands wurde er mehrmals verhaftet, die Mutter in »Sippenhaft« genommen. Beide verloren ihren Arbeitsplatz und ihre Werkswohnung.

Pröll machte eine Lehre als Verkäuferin und schloss sich als Sechzehnjährige dem Kommunistischen Jugendverband (KJVD) an. Mit ihrer Gruppe leistete sie als »die Seele des Ganzen“ aktiven Widerstand gegen das faschistische NS-Regime.Wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« wurde sie als Jugendliche verhaftet und verurteilt. Sie kam zuerst fünf Monate ins Gefängnis, dann 21 Monate in Einzelhaft ins Frauengefängnis Aichach und 1936 ins Frauenkonzentrationslager Mohringen. Dank der Unterstützung durch ältere gefangene Frauen konnte sie die schrecklichen Haftbedingungen überleben und wurde 1937 entlassen. »Ich war damals recht menschenscheu und hatte außerdem nichts anzuziehen. Ich wurde schließlich schon mit siebzehn verhaftet. Und als ich dann mit einundzwanzig entlassen wurde, hatte ich immer noch dieselben Kleidungsstücke an, von damals zu Hause.«

Beginn: 11 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter www.lechflimmern.de

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