Festival

Jazz goes Orient

Sarvara Urunova
8. Juli 2016

Den Anfang im Botanischen Garten macht der israelische Bassist Avishai Cohen am 13. Juli. Mit seinem Trio gehört er zu den außergewöhnlichsten Bassisten der aktuellen Szene. Der kulturelle Kosmopolit bewegt sich voller Leichtigkeit und Offenheit zwischen den Welten des Orients und Okzidents auf der ständigen Suche nach neuen musikalischen Synthesen. Innovativ und wandelbar gelingt es ihm Struktur und Emotion in seiner Musik zu vereinen, Melancholie mit sprühender Lebensfreude zu paaren.

Der indische Saxophonist Rudresh Mahanthappa ist am 20. Juli zu Gast. In seinen Interpretationen verbindet der Musiker die höchst komplexe Rhythmik und Melodik der klassischen indischen Musik mit der Energie und dem Vokabular des modernen Jazz. Dabei entsteht ein wildes Hybrid im Spannungsfeld zwischen Ursprünglichkeit und Natürlichkeit auf der einen und einer großen Eleganz und Virtuosität auf der anderen Seite.

Am 22. Juli bringt der Schlagzeuger und Komponist Nathan Ott prominente Solisten mit jungen Hoffnungsträgern der internationalen Jazzszene in einem Sextett zusammen. Das Repertoire verarbeitet Einflüsse aus verschiedenen Epochen und Kontexten: Spielhaltung und Soundästhetik aus dem Jazz der 60er-Jahre, Klangformen und harmonische Strukturen aus der klassischen Kammermusik, sowie Texturen und Sounddesigns aus der elektronischen Musik. Das Tingvall Trio um den schwedischen Pianisten Martin Tingvall setzt das Abendprogramm ab 21 Uhr mit hochwertigen und überschwänglichen Melodien fort. In den Improvisationen des Trios verschmelzen die Grenzen zwischen Jazz, Neoklassik und der populären Musik in der Dynamik einer Rockband, dabei geht der hohe musikalische Anspruch mit federnd leichter Eingängigkeit eine edle Symbiose ein.

Das Konzert mit dem mexikanischen Schlagzeuger Antonio Sanchez am 27. Juli gilt als Insidertipp des Festivals. Der mit vier Grammys ausgezeichnete Musiker ist für sein sensibles und zugleich forsches Spiel bekannt. In seinen Kompositionen aus Großstadtrhythmen und treibenden Beats entwickelt der Drummer einen atemberaubend polyphonen und polyrhythmischen Stil, der die jüngere Drummergeneration wesentlich beeinflusst hat.

Der Leiter des Festivals Christian Stock spielt mit seinem Trio am 3. August in Begleitung von Sandy Patton und Ian Cumming. Die aus New York stammende und in Bern lebende Sängerin mit charismatischer Stimme Sandy Patton betört bei ihren zahlreichen Auftritten mit viel Herz und Charme. Seltener zu hören ist der schottische Posaunist Ian Cumming, dessen warmer und voluminöser Ton das elektrisierende Timbre von Pattons Stimme kongenial umspielt.

Avishai Cohen ist der Name, der dieses Jahr für Furore beim Festival sorgt. Neben dem israelischen Bassisten wird nun auch sein Namensvetter, der israelische Trompeter Avishai Cohen (Foto) in Augsburg zu hören sein. Einer der pulsierenden Stars der internationalen Jazzszene gastiert am 10. August im Botanischen Garten. Modern und lyrisch swingt der Musiker in seinem Post-Bop-artigen Stil und kombiniert diesen mit seinen hochenergetischen Improvisationen. Dabei formt er mit seinem Instrument nicht nur wunderschön klingelnde Gebilde, sondern spricht mit ihnen so eindringlich zu den Zuhörern, wie es nur ganz wenigen Musikern gelingt.

Neben den prominenten Gästen im Botanischen Garten präsentiert das Festival jeden Sonntag um 11 Uhr die beliebten Dixiland-Matineen im Brunnenhof des Zeughauses. Zudem hält der Jazzsommer eine besondere Überraschung parat: Im Rahmen des Festivals feiert der Jazzclub Augsburg e.V. sein fünfjähriges Gründungsjubiläum mit einem schwungvollen Programm. Der vogelwilde Bigband-Sound ist am 21. Juli mit der Echo-Jazz-Preisträgerin Monika Roscher in der Philippine-Welser Str. 11 zu hören. Am 22. Juli veranstalten die lokalen Musiker von »Swing alive« im Jazzclub eine Late NightSwing Party und am 23. Juli stehen zwei der innovativsten Vertreter des jungen Jazz, Julian & Roman Wasserfuhr, auf der Bühne.

www.internationaler-jazzsommer.de
www.jazzclub-augsburg.de

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