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Gegen das Vergessen

a3kultur-Redaktion

Die Stadt Bobingen sucht Künstlerinnen und Künstler zur Gestaltung eines Gedenkorts zur NS-Vergangenheit. Der Kunstverein Bobingen koordiniert das Projekt.

Bis zur Herausgabe einer wissenschaftlichen Stadtgeschichte Bobingens zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 1994 blieben in den verschiedenen Ortsgeschichten die Ereignisse im Dritten Reich ausgeblendet.

Die Entdeckung der Biografie des einstigen Bobinger Fabrik-Ingenieurs und NS-Widerstandskämpfers Willi Ohlendorf sowie auch die Historie der rund 700 Zwangsarbeiter, die in dem im 19. Jahrhundert vom landwirtschaftlichen Dorf zum Industriestandort aufgestiegenen Ort ihr Dasein fristeten, und letztlich die Erforschung des Schicksals der Euthanasieopfer aus Bobingen und seiner eingemeindeten Stadtteile in den Akten der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren/Irsee gaben letztes Jahr den Ausschlag, in Bobingen einen Gedenkort einzurichten.

Nun lobt die Stadt Bobingen einen Wettbewerb für ein Kunstwerk unter dem Titel »Gegen Vergessen« aus.

Realisiert werden soll ein Gedenkort auf dem Bobinger Friedhof an der Maria-Hilf-Straße/Gartenstraße. Hierfür steht die Westfassade der Aussegnungshalle zur Verfügung (siehe Foto). Der angrenzende kleine Platz/Garten mit Sitzgelegenheiten kann in das Kunstwerk einbezogen werden.

Interessierte Künstlerinnen und Künstler können sich noch bis 5. Oktober bewerben. Eine Fachjury wählt aus allen Einsendungen die Finalisten und Finalistinnen aus, welche bis 9. Dezember ein Modell mit Beschreibung des Kunstwerks abliefern müssen. Die Ausschreibung wird von einem Ideenwettbewerb flankiert. Realisiert werden soll das Kunstwerk zeitnah im kommenden Jahr 2023.

Bewerbungsmappen mit Kurzbiografie und Fotos von realisierten Arbeiten können bei der Stadt Bobingen eingereicht werden. Nähere Infos unter: www.kunstverein-bobingen.de