Vortrag/Workshop

Die europäische Dimension des Holocaust

a3redaktion
17. Juni 2018

1941 trat Bulgarien dem Dreimächtepakt bei, um Unterstützung für seine Gebietsansprüche gegenüber den Nachbarstaaten zu erhalten. Auch ohne einen traditionellen Antisemitismus hatte die bulgarische Führung bereits davor antijüdische Gesetze erlassen, die sie in den Folgejahren weiter ausbaute. Im März 1943 lieferte Bulgarien 11.300 Juden aus den besetzten Gebieten in Mazedonien und Thrazien an das Deutsche Reich aus, von denen keiner überlebte. Die Deportation der Juden aus dem Kernland wurde jedoch von Protesten und der sich abzeichnenden deutschen Niederlage gestoppt. So überlebten 49.000 bulgarische Juden.

Der Vortrag von Souzana Hazan am 3. Juli, 19 Uhr, im Festsaal der Synagoge, zeichnet diese Entwicklung nach und fragt nach den Handlungsspielräumen und sich wandelnden Motiven der bulgarischen Führung. Er geht auch auf die Nachkriegsgeschichte ein, als sich das sozialistische Bulgarien zu einem »Land der Retter« stilisierte.


Zur Reihe »Die europäische Dimension des Holocaust«:

2018 jährt sich das Datum zum 80. Mal, an dem mit den staatlich forcierten Novemberpogromen die antijüdische Politik des NS-Staats eine neue Dimension erreichte. Das Jahr 1938 markiert gleichzeitig mit dem »Anschluss« Österreichs im März sowie dem »Münchner Abkommen« vom September die einsetzende Expansion des Deutschen Reichs nach Osten. Mit der Reihe soll auf die europäische Dimension des Holocaust aufmerksam gemacht werden. Drei Vorträge über die Verfolgung der Juden in den mit Deutschland im Zweiten Weltkrieg verbündeten Staaten in Südosteuropa stehen am Anfang: Rumänien (15. Mai), Slowakei (19. Juni) und Bulgarien (3. Juli). Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Festsaal der Synagoge.

Weitere Infos unter:
www.jkmas.de
www.bukowina-institut.de

Foto: Der Gedenkstein in der Hauptstadt Sofia erinnert an die Rettung bulgarischer Juden. (© Souzana Hazan)

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