Architektur

Bezirk vergibt Denkmalpreis

a3redaktion
9. Dezember 2020

Kirchen, Schlösser, Dorfstrukturen: Die schwäbische Landschaft ist reich an kulturellem Erbe. Um dieses zu erhalten und Gebäude gleichzeitig weiter zu nutzen, ist bei der Sanierung besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Mit dem Denkmalpreis prämiert der Bezirk Schwaben daher Sanierungsprojekte, die sich durch fachliche Qualität, finanzielles Engagement, Kreativität sowie Bedeutung des Denkmals auszeichnen: »Wer historische Spuren erhält und gleichzeitig neue Wege geht, macht sich um unsere Landschaft besonders verdient«, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer.

Insgesamt wurden in diesem Jahr fünf Preise verliehen. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis erhielt die Gemeinde Hainsfarth für die Sanierung einer jüdischen Schule. 1810 errichtet, ist das Gebäude heute nach aufwändigen Bauarbeiten zum Erinnerungsort, Kulturort und Bürgerhaus geworden. Der mit 7.500 Euro dotierte Sonderpreis wurde zweimal vergeben: An die Familie Schmölz, die ihr historisches Bauernhaus sanierte und an die Gemeinde Unteregg für die denkmalpflegerische Sanierung des ehemaligen Pfarrhofs. Einen undotierten Preis erhielten neben »die Sozialbau« Kempten auch die Stadtwerke Augsburg. Während in Kempten die ehemalige Weberei und Schlichterei aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem modernen Wohnquartier wurde, verwandelten die Stadtwerke Augsburg das historische Ofenhaus auf dem Gaswerkgelände in ein Theater und Restaurant (Foto).

»Das Ofenhaus befeuert heute die Kulturszene in Augsburg und trägt dazu bei, dass sich ein ganzer Stadtteil weiterentwickelt«, erklärt Sailer. Zwischen 1915 und 1968 wurde im Ofenhaus Kohle verbrannt, danach diente es als Kulissenlager für das Stadttheater. Die Planungen für die neue Brechtbühne begannen schließlich 2015. Im Zuge der Sanierung legten die Bauherren alle tragenden Bauteile frei und stellten diese anschließend mit neuester Betontechnologie wieder auf. Die Oberflächenstruktur stimmten sie mit der Denkmalpflege ab, um den historischen Charakter zu erhalten. So konnte beispielsweise der westliche Teil in seinem Volumen erhalten bleiben. Die denkmalpflegerische Sanierung des Ofenhauses umfasst neben der Umnutzung auch den Neubau der Theaterwerkstätten, die sich durch einen gläsernen Verbindungsbau an das Haus anschließen sowie parallel zu diesem Gebäudekomplex ein neues Parkhaus.

Der Bezirk Schwaben präsentiert die Gewinner bei Facebook, YouTube sowie auf der Webseite der Bezirksheimatpflege:
www.heimatpflege.bezirk-schwaben.de


 

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