Ausstellungen & Kunstprojekte

Ausgrenzung damals und heute

a3redaktion
9. Dezember 2019

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019, rassistische Übergriffe auf offener Straße auf Jüdinnen und Juden, Geflüchtete, Ausländer, Muslime sowie Angriffe auf Flüchtlingsheime zeigen, wie brisant Antisemitismus und Fremdenhass in Deutschland und Europa sind. Die Ausstellung »Die Stadt ohne. Juden Ausländer Muslime Flüchtlinge« nimmt darauf Bezug und zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele aus Augsburg, Bayerisch-Schwaben und der Bundesrepublik, wie eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft zum inhumanen Ausschluss einzelner Gruppen führen kann.

»Die Stadt ohne Juden« nannte Hugo Bettauer seinen 1922 veröffentlichten Roman, der die damals noch utopische Vorstellung einer Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus Wien beschrieb. Die Ausstellung geht von Bettauers Werk sowie dessen 2015 in Paris neu aufgefundener, ungekürzter Stummfilmversion aus und erzählt entlang einzelner Filmszenen die Stufen des Ausgrenzungsprozesses: von der Polarisierung der Gesellschaft bis hin zur endgültigen Isolation der zu Feinden gemachten Minderheiten. Diese Entwicklung wird nicht nur in den 1920er-Jahren – vor der »Machtübernahme« der Nationalsozialisten – verortet, als Antisemiten den Ausschluss der Jüdinnen und Juden forderten, sondern bis in die Gegenwart hinein erzählt, in der Ausländer, Muslime, Geflüchtete, aber auch nach wie vor Jüdinnen und Juden ausgegrenzt und angefeindet werden.

»Die Stadt ohne. Juden Ausländer Muslime Flüchtlinge«, 18. Dezember 2019 bis 29. März 2020 im tim. Film und Ausstellungspreview am 12. Dezember, 19 Uhr, im Liliom.
www.jkmas.de

Abbildung: Im Winter 2006/2007 legten Unbekannte einen Schweinekopf mit »Judenstern« vor die Tür des Restaurants Schalom in Chemnitz. Im August 2018 wurde es im Zuge der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz erneut angegriffen. Foto: Uwe Dziuballa


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