Der Zauberberg (Schauspiel)

Der Zauberberg (Schauspiel)

22. Januar 2022 - 19:30

martini-Park

In Thomas Manns »Der Zauberberg« von 1924 wird – in einem Sanatorium in der Abgeschiedenheit der Schweizer Alpen – über Leben, Krankheit und Politik philosophiert.

Hans Castorp kommt aus Hamburg nach Davos in den Schweizer Bergen, um seinen lungenkranken Vetter zu besuchen, der dort in Behandlung ist. Im Sanatorium trifft der junge Ingenieur auf die verschiedensten skurrilen Typen, allesamt verbunden durch ihre Krankheit: Da ist der Literat Settembrini, der Castorp schon am ersten Abend wieder zur Abreise drängt, Madame Chauchat, in die er sich verliebt, die aber bald die Krankenstation verlässt, und der Jesuit Naphta, der im nahegelegenen Bergdorf wohnt und sich als intellektueller Gegenspieler Settembrinis herausstellt. In diesem Mikrokosmos setzt sich Castorp mit den Fragen um Leben und Tod, aber auch über die Freiheit und politische Weltanschauungen auseinander. Aus den geplanten drei Wochen im Sanatorium werden Jahre – zuletzt werden es sieben sein. In dieser Zeit kehrt auch Clawdia Chauchat zurück, diesmal mit Mynheer Pieter Peeperkorn, der Castorp als Lebemann fasziniert. Doch dieser stirbt und der Streit zwischen Settembrini und Naphta eskaliert. Schließlich bricht der Erste Weltkrieg aus und führt alle Patient*innen in eine ungewisse Zukunft. Die illustre Gesellschaft des Zauberbergs mit ihren Krankheiten und der Neigung zum Esoterischen sowie ihrem Drang, das Überleben exzessiv zu feiern, steht dabei für eine Übergangsgesellschaft, in der wir uns unschwer selbst wiedererkennen können.

Staatsintendant André Bücker entdeckt das berühmte Opus Magnum für die Bühne des martini-Park neu und bezieht die philosophischen und politischen Fragen des Romans auf unsere Gegenwart. Die Empfindung von Raum und Zeit, die Erfahrung sozialer Entschleunigung und Isolation sowie der Umgang mit Krankheit und Tod werden im Zuge der Pandemie auch auf der Bühne neu verhandelt.

www.staatstheater-augsburg.de