Ausstellungen & Kunstprojekte

Zukunft ungewiss

Gast
15. Februar 2016

Auswärtige Besucher des Kunstvereins Aichach, Künstler und Galeristen bekommen beim Betreten der Ausstellungsräume im SanDepot an der Donauwörther Straße regelmäßig glänzende Augen: Die 800 Quadratmeter große Halle in zentraler Lage am Fluss eignet sich hervorragend für die Präsentation von raumgreifender Kunst. Mit Sebastian Kuhn, Bernd Klötzer oder Florian Lechner konnte der Kunstverein hier wiederholt relevanten Positionen zeitgenössischer Bildhauerei Raum geben. Ab Mai folgt darauf die großformatige Malerei von Tobias Lehner aus dem Umfeld der Neuen Leipziger Schule – und wie jedes Jahr wird im Sommer im Rahmen der großen Begleitausstellung der Aichacher Kunstpreis vergeben.

Das sind scheinbar ideale Bedingungen für die Kunst abseits der Metropolen. Der Wermutstropfen: Bei der kulturellen Nutzung des SanDepots seit 2011 handelt sich um eine Interimslösung mit ungewisser Zukunft, wie das so oft bei der Konversion ehemaliger militärischer Flächen der Fall ist. Das SanDepot-Areal entstand Anfang der 1930er-Jahre als Nebenprodukt  der Paar-Begradigung, eines frühen Großprojekts des nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienstes. 1938 kaufte die Wehrmacht das Gelände und stationierte dort eine Versorgungseinheit. Die ältesten Bauten datieren aus dieser Zeit, darunter auch die vom Kunstverein genutzte Halle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte ein Intermezzo als amerikanischer Verwaltungsstützpunkt. Bis zum Ende des Kalten Krieges dienten die Gebäude schließlich der Bundeswehr als sogenanntes Sanitätsdepot für alles, was die Soldaten im Verteidigungsfall benötigt hätten, vom mobilen Lazarett bis zu haltbaren Lebensmitteln – daher der Name SanDepot.

Seit 1997 gehört das SanDepot der Stadt Aichach. Heute nutzen es neben dem Kunstverein Rotes Kreuz, Feuerwehr, Aichacher Volkstheater und verschiedene weitere Vereine und Institutionen; darüber hinaus gibt es Proberäume für die örtliche Musikszene. Wie es nach 2016 mit diesem außergewöhnlichen Ort im Herzen der Stadt weitergeht, ist jedoch unklar.

Carmen Achter ist freie Redakteurin, lebt und arbeitet seit drei Jahren in Aichach und engagiert sich seither im dortigen Kunstverein.


In unserer Printausgabe #02/2016 präsentieren wir die wichtigsten Kulturbaustellen der Region. Insgesamt 16 Kulturmacher haben hierzu Gastbeiträge beigesteuert.

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