Ausstellungen & Kunstprojekte

Was gerade so läuft…

Bettina Kohlen
19. Februar 2018
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Unsere Runde zur Kunst beginnen wir im Textilviertel. Im Glaspalast präsentiert die Galerie Noah die Arbeiten zweier Künstler: Ilana Lewitan, eigentlich Architektin, hat sich mittlerweile der Malerei zugewandt, Yury Kharchenko hingegen ging den direkten Weg, er ist Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf. Beiden gemeinsam ist zum einen der Lehrer, Markus Lüpertz, zum anderen ihr russisch-jüdischer Background, der Eingang in ihr Werk findet. Während Lewitan einzelne symbolische Objekte in erzählenden Statements malerisch-poetisch zusammenfasst, setzt Kharchenko auf große Gesten in seinen barock-theatralischen Portraits und Inszenierungen des Blicks hinter den Vorhang, der ebenso Haus und Zelt ist. »Poesie & Pathos« – bis 18. März.
www.galerienoah.com

Auf dem Weg in die Innenstadt besuchen wir noch das tim, wo im Foyer eine kleine Ausstellung mit textilen Arbeiten von Beate Passow zu sehen ist. Die Künstlerin setzt sich hier mit dem Zustand Europas auseinander und kontrastiert den harschen Inhalt ebenso reizvoll wie zynisch mit der kunstvollen Ausführung der Arbeiten in feinster Tapisserie. »Monkey Business« – bis 1. April.
www.timbayern.de

Die neue Ausstellung »stainless« der Ecke Galerie verweist leicht ironisch darauf, dass die älteren Mitglieder der Künstlervereinigung keinesfalls Rost angesetzt haben! Die versammelten Arbeiten von Künstlern, die zwischen 1925 und 1950 geboren sind, heben zwar nicht die Welt aus den Angeln, aber sie demonstrieren die sichere Beständigkeit derer, die ihren Weg längst gefunden haben. Einen aparten Gegenpol setzen im Entree der Galerie Arbeiten der 1989 geborenen Julia Kiefer, die mit der Nähmaschine zarte lakonische Portraits zu Papier bringt. »stainless« – bis 24. März.
www.eckegalerie.de

Die Bergstraße in Göggingen ist eher eine Durchgangsstraße, doch immerhin zwei Galerien hat es hierher gezogen, die beide für spannende Inszenierungen gut sind. In Claudia Weils Dependance-Galerie II blinkt es gerade gewaltig. Die »LED Skizzen« von Stanislav Vajce setzen auf die Variabilität der kleinen Lämpchen. Vajce lässt bewegte Bilder entstehen, erzählt Geschichten und lotet die Möglichkeiten aus: Da schwimmen ruckelnde Fische in einem Plexi-Aquarium, und eine Wand voller pixeliger Farbfelder fügt sich aus der Ferne zu einem Loop riesiger bunter Blüten. Eine sehr schöne kleine Arbeit zeigt in schwarz-weiß das Auge des Künstlers, dessen Blick auf dem Betrachter ruht. Wenn man schon mal da ist, sollte man noch gegenüber einen Blick durch die Fenster der Galerie Fotodiskurs werfen. Die Zeit bis zur nächsten Ausstellung nutzt Christof Rehm für die Präsentation eigener Arbeiten. »LED Skizzen« – bis 14. April.
www.galerie-claudiaweil.de www.fotodiskurs.info

Unterwegs ins Architekturmuseum im Thelottviertel schadet es nicht, einen Blick auf das elegante Rosenaustadion zu werfen, denn in der Buchegger-Villa werden die Ergebnisse eines interdisziplinären Workshops mit Studenten präsentiert, in dem Nutzungsmöglichkeiten für diese großartige Anlage erarbeitet wurden. Bestechend ist vor allem die in allen Konzepten grundlegende Idee, das Stadion zu öffnen und ins Stadtgefüge einzubinden… »Gewonnen – Verloren – Unentschieden« – bis 8. April.
www.architekturmuseum.de/am-schwaben

Zum Schluss geht es ins Kulturhaus Abraxas, wo es in der Galerie des BBK ganz schön bunt wird. »Skulptur mit Farbe« macht deutlich, welche vielfältigen Ansätze möglich sind: Groß und klein, figürlich oder abstrakt, farbig wird es dann durch Fassungen oder durch das Material. Da ist nicht alles großartig, doch die Ausstellung überzeugt als Überblick. Bemerkenswert: die Exponate von Gisela Frank, Ursula Geggerle-Lingg, Christine Reiter und Claudia Geßner (aktuelle Kunstpreisträgerin der »Großen Schwäbischen«) aus armen und/oder vorgefundenen Materialien. »Skulptur mit Farbe« – bis 25. März.
www.kunst-aus-schwaben.de

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