Mode

Turbo Trash Team legt los

Tanja Blum
6. Dezember 2021
Foto: Turbo Trash Team

Im November startete eine neue Workshop-Reihe für textiles Upcycling.

Hinter dem Projekt stecken zwei Kreative, denen die ein oder anderen sicher schon einmal begegnet sind: Hazme Oktay, Erzieherin und Schneiderin, die das Modelabel »Augschburger Puppe« gegründet hat und Patricia Breu, die bis Ende 2020 den kleinen Laden »Keks Handgemachtes« geführt hat, der nicht nur ein Laden war, in dem Künstler*innen und Manufakturen aus der Region ihre Werke anbieten konnten, sondern auch ein Ort für kreativen Austausch. Einzeln haben Hazme und Patricia schon (Upcycling-)Workshops gegeben, für diese neue Reihe haben sie sich nun zusammengetan und das Turbo Trash Team ins Leben gerufen.

Bei den ersten Workshop-Terminen wird aus Stoffresten ein unisex/boxy T-Shirt genäht. Besonders wichtig ist den beiden Kursleiterinnen dabei, dass hierfür keine neuen Materialien gekauft werden. Alles, was verwendet wird, ist gebraucht, der Großteil stammt aus dem eigenen Fundus oder aus dem von Bekannten. Hazme beschäftigt sich schon seit längerem damit, was es bedeutet, ein neues Kleidungsstück zu kaufen und wie viele Ressourcen für die Produktion dessen verbraucht werden. Um dem etwas entgegenzusetzen, haben sich die beiden sehr bewusst für das textile Upcycling entschieden. Patricia ergänzt: »Mir ist außerdem wichtig, dass man etwas herstellt, das man dann auch verwenden kann. Für Upcycling gibt es immer viele Ideen, aber wenn ich mir etwas upcycle, was dann wieder nur herumsteht und was man nicht brauchen kann, dann ist das langfristig auch nicht sinnvoll. Die T-Shirts kann man anziehen und hat Freude daran.«

Die ersten Workshops des Turbo Trash Teams finden im Provino statt, einem wichtigen Ort für die Augsburger Kulturszene. »Die Zusammenarbeit ist sehr unproblematisch und unbürokratisch, das ist wirklich toll«, erzählt Patricia. Hazme hat dort außerdem ein großes Lager, welches bei den Upcycling-Terminen eine zentrale Rolle spielt. Denn dort lagern die Stoffe – Reststoffe von der Modemarke Strenesse, die für die T-Shirts genutzt werden können und noch aus der Zeit von Hazmes Schneiderinnen-Ausbildung stammen. Die Workshopteilnehmer*innen können sich dort nach Herzenslust bedienen und sich den passenden Stoff für ihr individuelles Shirt aussuchen. 

Foto: Turbo Trash Team
Bild: Turbo Trash Team

Vorkenntnisse für die Workshop-Teilnahme sind nicht nötig. Es gibt Unterstützung an der Nähmaschine, außerdem sei der Schnitt des Shirts so dankbar und unkompliziert, dass selbst etwas schiefe Nähte beim Tragen nicht auffallen würden. Auch später, beim Sticken oder anderweitigen Verzieren der Shirts, beispielsweise mit Patches, Perlen oder Buttons, greifen die Workshopleiterinnen den Teilnehmenden bei Bedarf unter die Arme. 

Ziel der Workshops ist zum einen, die Techniken rund um das Nähen und Verzieren zu vermitteln. »Daneben, eigentlich nichts neu zu kaufen, verfolgen wir auch das Ziel, diese alte Technik wieder einzusetzen. Sticken zum Beispiel kann man auch gut nutzen, um Löcher zu flicken. So kann man Kleidungsstücke retten«, erklärt Hazme. Zum anderen steht aber auch das gemeinsame Machen, der Austausch untereinander und das Kennenlernen neuer Menschen im Fokus. 

Der nächste Kurs findet am Sonntag, 12. Dezember von 14 bis 18 Uhr im Provino statt.

Weitere Infos gibt es auf Instagram: www.instagram.com/turbotrashteam

Die Anmeldung ist unter turbotrashteam@gmail.com möglich.

Und noch ein Tipp für diejenigen, die eine Idee für ein (nachhaltiges) Weihnachtsgeschenk suchen: Das Turbo Trash Team plant auch 2022 textile Upcycling-Workshops, Gutscheine hierfür können per Mail angefragt und anschließend verschenkt werden.

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