Jazz

Ein Stern zum Greifen nah

Sarvara Urunova
13. Januar 2020

Das Album, das Allhoff an diesem Abend präsentierte heißt »Lepus«. So werden in lateinischer Sprache die Hasen genannt. Was auf den ersten Blick konventionell klingt, entpuppt sich als etwas Besonderes. Mit seinen Stücken greift der Musiker viel mehr nach den Sternen, was eher dem gleichnamigen Sternbild Lepus entsprechen könnte.

Schon die erste Komposition des Abends, die den Titel »Sehnsucht« trägt, zeigte die Getriebenheit des Künstlers, der den Himmel noch nicht greifen kann. Auf dem Weg dahin können einem auch die Dämonen begegnen: Das Stück »The Demogorgon« illustrierte eindrücklich die Dynamik der Begegnung mit der dunklen Seite. An der Seite von Allhoff spielte dabei hervorragend der Tenorsaxofonist Lutz Häfner. Der kurzfristig eingesprungene Christian Diener am Bass und der Drummer Bastian Jütte machten die Band komplett.

Der Schmerz der Ablehnung wurde mit dem Standard »Body and Soul« ins Spiel gebracht. Das Stück »Fourth of July« von Sufjan Stevens, das auch auf dem Album zu hören ist, zeigte eindringlich den visionären Wunsch nach Veränderung. Um alle Hürden zu überstehen, hilft dann auch die Verspieltheit eines Hasen. »I am Hareman« heißt der Song, der mit Leichtigkeit und seinem Sinn für Humor überzeugte.

Das Spiel des Abends war nicht nur durch seine Dynamik und tiefe Gefühle bemerkenswert, Tim Allhoff schaffte mit seinem futuristischen Musikblick und Charisma eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.

Wer dieses Konzert verpasst hat, bekommt bald die Möglichkeit, den Musiker erneut im Jazzclub zu hören. Dort wird er am 13. März sein neuestes Album »Sixteen Pieces for Piano« präsentieren.

Bis dahin bietet der Jazzclub neben seinem regulären Programm ein neues Format für alle Jazzfans an. Jeden Donnerstag ab dem 23. Januar kann man im Rahmen der Reihe »Cine & Jazz« die Jazzlegenden auf der Leinwand des Clubs bei freiem Eintritt erleben.

www.jazzclub-augsburg.de
www.timallhoff.com

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