Literatur

Schwabinger Exportschlager

Patrick Bellgardt
17. Januar 2014

Seit 2007 sorgen die »Schwabinger Schaumschläger« jeden Sonntag für frische Wortkunst in der Münchener Kleinkunst-Kneipe »Vereinsheim«. Nun stattet die Lesebühne um Moses Wolff, Michael Sailer und Christoph Theußl auch dem Augsburger Publikum einmal im Monat einen Besuch ab.

Als Eins-zu-eins-Ersatz für den von der Kresslesmühle ins Theaterviertel abgewanderten Poetry Slam sollte das Format nicht gesehen werden. Zwar stehen natürlich auch bei der »Augsburger Schaumschläger Show« die selbst verfassten Texte der Autoren im Mittelpunkt – der Wettbewerbs-Charakter des Slams fehlt jedoch. Sicherlich eine willkommene Abwechslung für jeden, der in etwas ruhigerer Atmosphäre literarischen Werken lauschen möchte.

Ein weiterer Unterschied: Moses Wolff, Michael Sailer und Christoph Theußl sind bei jeden Termin gesetzt. Unterstützung erhält das Trio von jeweils einem Augsburger Autor. Bei der Premiere wurde deshalb prompt Moritz Gruber auf die Bühne der Kresslesmühle gebeten. Der Grundschullehramtsstudent erzählte in zwei Geschichten aus dem harten Alltag eines Pädagogen: Neben Pausenhofschlägereien gilt es sich vor allem gegenüber der weiblichen Übermacht dieses Berufsstands zu behaupten. Im Gegensatz dazu gab Michael Sailer mit mehreren Folgen seiner Kolumne »Schwabinger Krawall« alltägliche Begebenheiten aus München zum Besten. Die Geschichten vom »Jackie«, »Hubsi« und anderen mehr oder weniger liebenswerten Zeitgenossen sind aber – wie der Autor betont – natürlich nie wirklich passiert.

Moses Wolff präsentierte sich als Meister der wechselnden Sprechrollen und spielte sowohl den ostdeutschen Bademeister, als auch den grantelnden Busfahrer grandios. Der dritte im Bunde, Christoph Theußl, ist bei den »Schwabinger Schaumschlägern« für das musikalische Programm zuständig. Der in München lebende Österreicher steht in seinen Songs wie »Du bist so Deutsch zu Mia« für bissige Satire in bester Liedermacher-Tradition.

Die erste »Augsburger Schaumschläger Show« hat Lust auf mehr gemacht und könnte sich zu einem echten Schwabinger Exportschlager entwickeln. Eine Eingewöhnungszeit haben die drei erfahrenen Urgesteine jedenfalls nicht benötigt. Interessierte Autoren, Poeten und Literaten können sich jederzeit unter lesebuehne@kresslesmuehle.de bewerben. Am 12. Februar um 20 Uhr geht die Lesebühne dann in die zweite Runde.

www.kresslesmuehle.de

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