Ausstellungen & Kunstprojekte

Patmos ohne Pathos

Iacov Grinberg
10. Oktober 2016

Die Galerie Unikat zeigt in der Regel Arbeiten von Künstlern, die eine enge Beziehung zu Augsburg haben. Diesmal stellt sie Werke von Hagen Nerdinger, einem gebürtiger Augsburger aus, der lange Zeit als Buch- und Plakatgestalter sowie als Typograph arbeitete, und dafür zahlreiche, auch internationale Preise und Auszeichnungen erhalten hat. Jetzt, im edlen Alter (von fast 80) lebt er mehrere Wochen im Jahr auf Patmos und malt dort.

Patmos gehört trotz seiner geringen Größe zu den bedeutenderen Inseln der Ägäis. Als mutmaßlicher Schöpfungsort der Johannesoffenbarung ist sie Standort eines der wichtigsten Klöster der griechisch-orthodoxen Kirche und gilt als »Heilige Insel«. Entsprechend pathetisch und durchdrängt mit dem Glauben sind ihre malerischen Darstellungen. Der Künstler dagegen sieht sie mit Augen einer Person, die hier einfach lebt. Eine hügelige Landschaft mit spärlichem Bewuchs, warme südländische Sonne, dunkelgrüne, braune und gelbe Farben. Keine Hektik, sondern ein Gefühl der Ruhe und ein Hauch der Ewigkeit. Die Natur sieht so aus, wie sie vor ein paar Jahrtausenden aussehen könnte und wie sie noch weiter sehr lange aussehen möchte. Es gibt freilich einige Spuren der menschlichen Existenz und Tätigkeit: Mauern, Wege, Felder und meistens einsame Häuser, die aus der Natur doch nicht herausragen.

Die Arbeiten sind sehr zarte Aquarelle, die nach Worten des Galeristen mit einer sehr alten spezifischen Technik geschaffen sind, und Tuschezeichnungen. Es ist dem Künstler gelungen, mit diesen Arbeiten eine ganz spezifische Stimmung zu übergeben: Die seelische Ruhe und die Gelassenheit, ein Leben zusammen mit der Natur und im Gleichklang mit ihr. Sie können diese schönen und beruhigenden Arbeiten noch bis zum 29. Oktober bewundern.

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