Comedy & Kabarett

(Nur) mutige Männer im Februar!?

Marion Buk-Kluger
2. Februar 2020

Ursprünglich diente der unter anderem dazu, mal gehörig alles und jeden auf die Schippe zu nehmen respektive seinem Unmut über die Obrigkeit Ausdruck zu verleihen. Im Kurhaus Göggingen muten zwei Programme allerdings etwas nach Therapie an. Auch nicht verkehrt, die guten Vorsätze der Silvesternacht sind längst passé, warum den närrischen Monat also nicht nutzen und nachdenken, wer man mal war, wer man werden wollte und wer man tatsächlich ist. Stefan Waghubinger (Foto) tut genau das, am 11. Februar im Parktheater im Kurhaus, mit »Jetzt hätten die guten Tage kommen können«.

Dem Österreicher folgt an selber Stelle vier Tage später sein Landsmann und ein weiterer Bilanzzieher: Alfred Dorfer muss umziehen, sitzt entsprechend mit Kisten auf der Bühne, blickt dabei zurück und nach vorn. Der Wiener Kabarettist präsentiert in »und …« Episoden aus der Nachbarschaft als Fenster zur Welt, erlaubt den Blick in die Zukunft, in der Idealisten endgültig als nützliche Idioten begriffen werden. Temporeich, inhaltlich komplex, also Achtung: Ein wacher Geist ist beim Zuschauen gefragt.

Das gilt auch beim dritten Auftritt im Parktheater, wenn Christian Springer, der Mutmacher in der Szene, am 27. Februar in seinem Programm »Alle machen. Keiner tut was!« fragt: Wo sind unsere Werte? Natürlich bei 120 zu 80. Denn Deutschlands wichtigster Wert ist der Blutdruck. Gleich dahinter kommen Cholesterin, Feinstaub und Pünktlichkeit. Und wo sind die Weisen im Land? In Bayern wahrscheinlich nicht, sagt Springer. Der mischt sich übrigens auch im echten Leben ein, begeistert an Schulen und Unis mit viel beachteten Reden, immer getrieben von echten Werten.

In der Kresslesmühle geht es am 29. Februar um vermeintlich banalere Dinge. Dann, wenn Mann plötzlich als frisch gebackener Junggeselle vor den Herausforderungen der Erziehung zweier pubertierender Söhne steht. In »Single Dad – Teilzeit alleinerziehend« wird Andreas Weber zum Ratgeber für geschundene Männerseelen und Frauenaufklärer in puncto Psyche des angeblich starken Geschlechts.

Und das ist im Februar stark vertreten: Am 9. Februar, Kresslesmühle, mit »Beklopptimierung« von Max Beier als beinahe schon penetrant charmantem Mann von Welt und David Hang als miesepetrigem Pessimisten aus Niederbayern. Tags zuvor kommt Ralf Schmitz mit »Schmitzeljagd« in den Kongress am Park, wo am 14. Februar auch noch Sebastian Pufpaff mit »Wir nach« aufschlägt.

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