Politik & Gesellschaft

Die Nachhaltigkeitsmaschine

Jürgen Kannler
26. April 2022

Der lange Weg vom Engagement zur Realität.

  

Der Treibstoff für das Nachhaltigkeitsengagement – also Inspiration, Energie, Solidarität, Wissen – kommt aus unserer Gesellschaft. Er »sickert« seit Jahren in lokale Strukturen wie das Agendaforum (1), den Nachhaltigkeitsbeirat (2) und einige weitere, kleinere Initiativen unserer Stadt ein. Er ist die fortwährende Belebung des Themas.

In den Nachhaltigkeitsbeirat werden vom Stadtrat Expert*innen aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Kultur berufen. Diese entwickeln die Zukunftsleitlinien als organischer Prozess (3). Diese Leitlinien sind politisch nicht bindend, dienen aber der Verwaltung bei der Erarbeitung der Beschlussvorlagen für die Rathauspolitik. (4)

Letztendlich entscheidet der Stadtrat, ob und in welcher Form den Zukunftsleitlinien Bedeutung beigemessen wird. Auch auf die Arbeit des Nachhaltigkeitsbeirats ist der Einfluss der Parteien nicht unerheblich. Wie überall in der Politik ist das Ergebnis auch vom Wirken diverser Interessengruppen abhängig. (5)

Stimmt der Stadtrat für einen Prozess ohne Beachtung der Leitlinien, wandert das Thema zurück in die Stadtgesellschaft und verstärkt den dort herrschenden Druck. (6)

Bei einem Go gelangt das Thema von den Entscheidungsträger*­innen in den Transformationsinkubator (7). Hier werden aus Entscheidungen Realitäten, also ein neuer Kindergarten, eine Industrieansiedlung, verringerter CO2-Ausstoß oder ein neues Staatstheater. Dass die erzielten Ergebnisse zuweilen von den getroffenen Entscheidungen abweichen, liegt oft an diesem äußerst undurchsichtigen Modul. Hier spielen Faktoren wie Kosten, Öffentlichkeit, Machtverhältnisse, Laune, Glück und Gier eine Rolle.

Ein Thema, das es durch den Inkubator geschafft hat, gelangt nun gesättigt an den Werten der Leitlinien zurück in die Gesellschaft und bringt diese ein klein wenig mehr zum Leuchten. Lebenslust und Image der Stadt entwickeln sich. Außerdem ist eine positive Energierendite als weiterer Gewinn zu verbuchen.

 

Sehen Sie hierzu auch unsere anderen Beiträge zu diesem Thema:

Die Nachhaltigkeitsmaschine Teil 1

Halb voll oder was?

Weitere Positionen

27. Juni 2022 - 10:40 | Anna Hahn

Carl Orffs »Carmina Burana« bringt die Freilichtbühne zum Beben.

22. Juni 2022 - 11:00 | Jürgen Kannler

Bert Schindlmayr, Kulturmacher, Beobachter und Kommentator unserer Zeit, wird fehlen. Von Jürgen Kannler

22. Juni 2022 - 9:58 | Anna Hahn

»Kiss me, Kate« ist dieses Jahr die neue Produktion des Staatstheaters auf der Freilichtbühne. Die Premiere fand an einem traumhaft schönen Sommerabend statt. Dennoch kam die Frage auf, wo ist der Wumms?

17. Juni 2022 - 7:00 | Gast

Erster Augsburger Digitaltag 2022. Ein Gastbeitrag von Horst Thieme

15. Juni 2022 - 9:56 | Juliana Hazoth

Am 11. Juni feierte das hybride Schauspiel »Ugly Lies the Bone« der US-amerikanischen Autorin Lindsey Ferrentino auf der brechtbühne im Gaswerk Premiere.

13. Juni 2022 - 7:00 | Gast

Fast Fashion im Zeichen der Eskalationslogik globalisierter Ökonomie. Ein Gastbeitrag von Dr. Karl Borromäus Murr

10. Juni 2022 - 12:00 | Gast

In die Region: Eine Lebensreise auf dem neuen Lechradweg. Ein Gastbeitrag von Ingrid Yasha Rösner.

9. Juni 2022 - 11:22 | Iacov Grinberg

Am 10. Mai fand im Rokoko-Garten im Schaezlerpalais die Vernissage »Kunst im Garten« statt. Die neueröffnete Ausstellung zeigt Arbeiten von international bekannten Künstlern, die in dem Garten installiert wurden. Das Ausstellen von Kunstwerken im Freien ist für die Kunstsammlungen und Museen Augsburg ein neues Terrain. Iacov Grinberg besuchte die Ausstellung.

8. Juni 2022 - 10:00 | Dieter Ferdinand

Rafael Seligmann legt den Abschluss seiner »Familiensaga« vor. Eine Buchempfehlung von Dieter Ferdinand.

7. Juni 2022 - 12:16 | Sebastian Kraus

Im Textilmuseum präsentierte das Künstlerduo AYKU ihre Compilation »Songs of Gastarbeiter Vol.2« mit einer höchst unterhaltsamen Reise durch 70 Jahre Bundesrepublik.