Klassik

Musik bedeutet Kommunikation

Gast
29. Mai 2019

Leopold Mozart, dessen 300. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern werden, hätte sich sicher gefreut: Vom 31. Mai bis 8. Juni werden wir in Augsburg die junge Weltelite der Geiger zu Gast haben. Die nach einer strengen Vorauswahl eingeladenen 28 Teilnehmer werden bei dem nach ihm benannten Wettbewerb um die prestigeträchtigen Preise wetteifern, allen voran natürlich den erstmalig mit 20.000 Euro dotierten 1. Preis, den Mozartpreis.

Als ich vor zwei Jahren zum künstlerischen Leiter des Wettbewerbs berufen wurde und somit die diesjährige 10. Jubiläumsedition ausrichten darf, war es mir ein Anliegen, einige Neuerungen einzuführen. Um größtmögliche Fairness zu gewährleisten, habe ich die Regelung etabliert, dass Schüler von Juroren erst gar nicht zur Teilnahme zugelassen werden. Daraus ergab sich die Tatsache, dass nicht nur Geiger in der Jury sitzen, sondern auch zwei Cellisten und ein Bratschist. Außerdem sind auch eine international tätige Musikmanagerin, der Intendant der Londoner Wigmore Hall und drei Musikkritiker, die einen eigenen Sonderpreis vergeben werden, eingebunden.

Zu einer Karriere als Musiker gehört mehr als der unbedingte Wille zu technischer und musikalischer Perfektion. Musik bedeutet für mich in erster Linie Kommunikation, und das sowohl mit meinem Publikum als auch mit meinen Mitspielern. So wird es nun im zweiten Durchgang eine Kammermusikprüfung geben. Die Teilnehmer proben öffentlich ein Trio mit zwei ihnen unbekannten Musikern. Die Jury wird diese Probenarbeit ebenso bewerten wie auch die danach folgende Aufführung. Ein gewisses Maß an Mitteilungsbedürfnis müssen die Teilnehmer also mitbringen.

Wie in jedem internationalen Wettbewerb von Rang wird auch in Augsburg ein eigens für den Wettbewerb komponiertes Stück von allen Teilnehmenden interpretiert werden. Dieses Werk kommt aber schon in der ersten Runde dran. Es wäre doch schade, wenn es zwar alle lernen müssen, aber nur die zwölf Teilnehmer, die zum zweiten und nächsten Wettbewerbsdurchgang zugelassen werden, es auch spielen dürfen. In diesem Jahr hat es das moderne Werk wirklich in sich, denn es ist für Solovioline mit elektronischer Musik komponiert, die vom Kandidaten per Fußpedal an der richtigen Stelle gestartet werden muss. Man darf also gespannt sein, wie die Teilnehmer sich dabei anstellen. Und natürlich ebenso auf das neu komponierte Stück, das mit dem ersten Kandidaten seine Uraufführung erleben wird.

Wer es als einer von dreien bis ins Finale schafft, darf sich auf die besondere Aufgabe freuen, am gleichen Tag sowohl ein Violinkonzert von Mozart als auch ein gewichtiges romantisches Konzert mit dem Münchner Rundfunkorchester unter unserem Augsburger GMD Domonkos Héja aufzuführen. Hier kommt nun auch wie in den letzten Jahren das Votum des Publikums in Spiel, denn alle Zuhörer bekommen einen Stimmzettel und entscheiden so, wer den begehrten Publikumspreis erhalten wird. Wird sich das Publikum für den gleichen Teilnehmer starkmachen wie die internationale Jury oder gar einem anderen den Vorzug geben? Seien Sie mit dabei, denn es verspricht spannend zu werden!

Alle Details zum Wettbewerb unter:
www.leopold-mozart-competition.de

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