Politik & Gesellschaft

Mein Leben als Mittel zum Zweck

Gast
9. Juli 2016

Es war wieder soweit. Meine lazy Tage als Couchpotato waren gezählt. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurde ich von bestollten Füßen getreten. Und als wäre das nicht genug, wurde das Ganze auch noch von sechzehn Kameras aus den unterschiedlichsten Perspektiven und Blickwinkeln dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten. Und das, obwohl meine Bikinifigur nun wirklich nicht den heutigen Maßen entspricht. In den kalten Wintermonaten habe ich mir nämlich eine ganz schön ordentliche Kugel angefuttert. Da ich des Öfteren in engem Kontakt zu diversen Schweißfüßen stehe und sich meine Liebe zu Füßen nun wirklich in Grenzen hält, wäre etwas mehr Fußhygiene durchaus angemessen! Aber nein, für mein Wohlbefinden interessierte sich keiner.

Wenn ein Tor fällt, wird nur einer bejubelt und das bin definitiv nicht ich, obwohl doch alle Augen auf mich, den viel zu wenig honorierten Superstar gerichtet sind. Jeder Topathlet wird für seine Leistungen geehrt und mit Geld überschüttet, ich hingegen bekomme keinen müden Cent und werde einfach in die Ecke getreten. Und zu allem Überfluss kann ich nicht mal über mein Outfit selbst entscheiden, sondern muss mich jedes Mal wieder in die selbe, spätestens nach dem ersten Arbeitstag völlig verdreckte und wenig stylische Hülle zwängen. Allerdings muss man auch zugeben, dass sich der Dresscode in den letzten Jahren durchaus verbessert hat. Wenigstens ist heute, im Gegensatz zum schwarz-weißen Einheitslook von vor 20 Jahren, auch etwas Farbe im Spiel.

So, jetzt aber genug des Seelenstriptease. Wer bin ich? Na? Schon eine Idee? Mein Name ist pallone, el balompié, ballon de foot, football oder auch einfach nur Fußball!

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