Tanz

Von himmlischem Licht und Schatten

Renate Baumille...
5. Juni 2019

Einmal Choreograf, immer Choreograf! Bereits zum fünften Mal zeigte der ehemalige Solotänzer des Ballett-Theater-Augsburg Daniel Záboj, der seit 2013 sehr erfolgreich seine eigene Ballettakademie in der Morellstraße leitet, mit »Body Talks« ein Format, das professionellen zeitgenössischen Bühnentanz und die ersten (Fort)-Schritte von kleinsten, kleinen und bereits größeren Schülern in einer ausbalancierten und unterhaltsamen Melange verzahnt. Dazu lud Záboj auch seine ehemalige Tanzkollegin Christine Ceconello (derzeit noch Mitglied der Staatstheater-Company) sowie Kevin Witzenberger ein, den er in einer früheren Choreografie als kleinen und frechen »Mozart« besetzt hatte und der jetzt in einem irischen Ensemble tanzt.

Bereits mit der ersten Kurz-Choreografie »Schatten im Himmel«, die seinem Vater gewidmet war, wurde schnell deutlich, dass Záboj sehr behutsam auch ernste Themen wie die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Sterblichkeit auf die Bühne bringen kann. In die mystisch-melancholische Aura des endgültigen Abschiednehmens integrierte er kontrastreich die Botschaft des »Carpe diem!« und setzte das Band der Erinnerung als Brücke zwischen Leben und Tod in gefühlvollen und bewegenden Bilder um. Bereits hier wie nach der Pause in »Quando corpus morietur« fiel Julie Raiss als verheißungsvolles Ausnahmetalent auf und bezauberte mit ihrer natürlichen Grazie, mit souveräner Technik und einer Bühnenpräsenz, die man nicht lernen kann, sondern hat und damit weithin strahlt. Kein Wunder, dass sie mehrfach auf Ballettwettbewerben erste Preise mitnehmen durfte!

Dann half das Daumendrücken den vielen ganz kleinen Ballerinas bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt über das Lampenfieber hinweg, so dass die mit »Little Wendy« betitelte und allmählich von den weiteren Tanzklassen bevölkerte Tanz-Wiese nach und nach das ABC der Ballett-Lektionen entblätterte. Zur Basis gehört auch der Charaktertanz, den die Ausbildungsklasse in der »Spalicek«-Nummer mit folkloristischem Elan sehr originell lebendig machte. Da »West Side Story« jeder kann, ließ sich Daniel Zaboj die »East Side, sorry« einfallen, bei der sich die fruchtbare Kooperation mit den »Young Stage«-Mitgliedern unter der Leitung von Elisabeth Haumann auszahlte. Für Hinako Kumagae, die aus Japan nach Augsburg kam, um den Weg in die Profilaufbahn zu ebnen, entstand das moderne Solo »Identity«. Im finalen, erneut sehr emotionalen Duo »A Time Limit« zur einnehmenden Filmmusik von Schindlers Liste tauchten Christine Ceconello und Daniel Záboj mitsamt Publikum tief ein die Dramatik eines Liebespaares, das gewaltsam voneinander getrennt wird.

Bewegter Applaus und weiße Rosen für alle Beteiligten!

www.zabojballett.com

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