Vortrag/Workshop

Entdeckung des Planetariums

Iacov Grinberg
2. November 2015

Es gibt in Augsburg viele Stiftungen, so viele, dass man Augsburg heute als Stiftungsstadt vermarkten könnte. Sie richten sich alle an gemeinnützige Ziele. Viele Stiftungen dienen der Verewigung der Stifter und tragen ihre Namen. Eine aber hat in ihrer Benennung das Ziel ihrer Bemühungen – das ist die Gemeinschaftsstiftung „Mein Augsburg“. Sie ist in den schönen Künsten, wie beim Mozart-Violinenwettbewerb, der Kultur, wie beim „Wieselhaus“, und auch in der Schulbildung aktiv: Jedes Jahr schenk sie den Schülern der vierten Klassen das von der Stiftung initiierte Heimatkundebuch „Mein Augsburg“. Außerdem zeigt sie dem Publikum von Zeit zu Zeit problematische, amüsante oder ungewöhnliche Seiten unserer Stadt. Am 27. Oktober hat sie den eingeladenen Erwachsenen die Möglichkeit geschenkt, das Planetarium neu zu entdecken.

In den allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen ist das Planetarium für Schul- und Stadtkinder bestimmt. Diese haben bei der heutigen ständigen Beleuchtung keine Möglichkeit, den Sternhimmel zu beobachten und brauchen dafür ein Planetarium. Wir Erwachsene haben es schon als Schulkinder oder mit unseren Kindern besucht, genug für uns. Besucht haben aber die meisten von uns ein Planetarium, wo im Zentrum ein Gerät stand, ein Meisterwerk der Feinmechanik, das die Bewegung der Sterne nach einem relativ starrem Programm zeigt. Heute ist ein solches Gerät im Planetarium nur ein Ausstellungsstück, das die Vergangenheit illustriert. Es ist durch ein modernes computergesteuertes Projektionssystem ersetzt, das viel mehr ermöglicht.

Für Schulklassen – das Augsburger Planetarium „bedient“ fast 700 Klassen jährlich – kann man die Inhalte an das momentane Schulprogramm anpassen. Man kann auch verschiedene Abschnitte des Sternenhimmels, Computeranimationen und Filme zeigen. Das Team des Planetariums ist bereit das Gezeigte ständig anzupassen und auf alle Fragen des Publikums einzugehen.

Das neue Projektionssystem erweitert die Möglichkeiten des Planetariums sehr stark, was den Anwesenden demonstriert wurde. Im Laufe von anderthalb Stunden haben wir den heutigen Himmel im Zeitverlauf, Mond- und Sonnenfinsternis beobachtet, eine Computeranimation „Zeitreise – Vom Urknall zum Menschen“, die gemeinsame Produktion von sechs deutschen Planetarien gesehen und als „Nachtisch“ eine wunderbare zweiminütige Reise „Durch Augsburg mit der Achterbahn“, das Schaffen von Absolventen der Augsburger Hochsschule, erlebt. Nach Hause sind wir mit der festen Überzeugung zurückgekehrt, dass es notwendig ist, den Erwachsenen zu empfehlen, für sich die neuen Möglichkeiten des Augsburger Planetariums zu entdecken. Was ich jetzt mit Vergnügen mache.
(Iacov Grinberg)

www.sska.net/ifb/planetarium
www.meinaugsburg.de

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