Literatur

Bücher in Zeiten der Krise

Juliana Hazoth
29. April 2020

Seit Wochen hat das Coronavirus die Welt im Griff. In Deutschland wurden strenge Beschränkungen beschlossen, um die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen, darunter Ausgangsbeschränkungen und die Schließung von allen nicht essenziellen Geschäften – Maßnahmen, die nun Wirkung zeigen. Schrittweise werden sie jetzt gelockert. Seit 27. April dürfen auch Buchhandlungen wieder öffnen. Trotz der Widrigkeiten haben sich die Buchhändler*innen tapfer geschlagen. Über ihre Webseiten und die sozialen Medien wurde kräftig die Werbetrommel gerührt, bestellte Werke lieferten sie nach Hause. Die Schlosser’sche Buchhandlung oder die Buchhandlung am Obstmarkt (Foto) brachten die Bücher innerhalb Augsburgs sogar mit dem Fahrrad zu den Kund*innen. Für viele ging es dabei auch schlicht ums Überleben: Das Börsenblatt verzeichnet trotz der Bemühungen in der Buchbranche ein zweistelliges Minus – eine eindeutige Folge von Corona.

In einer Zeit, in der das Leben einerseits stillzustehen scheint, es andererseits jedoch rücksichtslos weitergeht, darf der Wert von Literatur nicht unterschätzt werden. Mit der erzwungenen Zeit zu Hause steigen die Langeweile und der Drang nach produktiver und kreativer Beschäftigung. Von Gartengestaltung und Balkondekoration,über Anregungen zum Basteln, Stricken und Nähen bis zu kulinarischen Entdeckungen beim Backen, Kochen und der Getränkeherstellung – unsere Buchhandlungen haben für jede*n eine passende Empfehlung. Mit Sachbüchern lernen wir Neues und erweitern unseren Horizont, bekommen Einblicke in Wirtschaft, Politik oder gesellschaftliche Strukturen. Doch Literatur lädt uns auch zum Verweilen ein. Vielleicht fällt ein Besuch der Kunstgalerie erst einmal aus, aber Bildbände zu Ausstellungen, Kunstwerken, sogar zu Städten, Ländern und ganzen Kulturen können eine schöne Alternative sein. Nicht zuletzt sind Bücher aber auch eine Möglichkeit, der Realität für kurze Zeit zu entfliehen. In Romanen steht uns die ganze Welt offen, Vergangenheit wie Zukunft, Lieblingsstadt wie Fantasiewelt. Nicht alle von uns haben jetzt tatsächlich mehr Zeit, viele arbeiten weiter, kümmern sich zu Hause um ihre Kinder. Es ist wichtig, sich dabei eine Pause zu nehmen, Zeit für sich. Nach Feierabend, die Füße hochgelegt, in einem Roman zu schmökern, kann die nötige Entspannung bieten.

Buchhandlungen sind für uns wichtig, denn sie geben uns eine Zuflucht vor dem Alltag – jederzeit, aber vor allem in Krisen. Bücher entführen uns in fremde Welten, lehren uns Neues und wiegen uns in den Schlaf. Sie mögen nicht überlebenswichtig für uns sein, doch sie nähren die Seele.

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