Club & Livemusik

Auftritte und Gespräche

Iacov Grinberg
16. Februar 2016

Üblicherweise publiziert man von solchen Empfängen Fotos der aufgetretenen Künstler und spricht Lob für ihre Auftritte aus. Die für diese Bühne ausgewählten Künstler und Stücke sind in der Regel nicht nur ganz verschieden, sondern auch hochwertig. Auch diesmal waren die Auftritte sehr interessant und nach Genres ganz vielfältig, obwohl das besondere Publikum – meistens selbst Künstler mit ganz verschiedenen Hintergründen und Vorlieben – sie ganz unterschiedlich angenommen hat. Nicht alle haben die Feinheiten der wunderbaren deutschen Sprache von Moritz Gruber (Poetry Slam) verstanden, die in seinem Monolog eines Studenten (Jungen), einer zukünftigen „Grundschullehrerin“ steckten. Manche rümpften auch ihre Nasen bei dem African Contemporary Dance von Esther Vöik, manche Verfechter von moderner Musik bei der Improvisation von Sandro Roy (Violine). Vielleicht keine Naserümpfer gab es bei dem „Interkulturellen Dialog in Musik und Wort“ von Stephan Holstein, Njamy Sitson und Walter Bittner – ein Gutteil davon war für jeden im Saal verständlich.

Kunstschaffende, die einen großen Teil des Publikums bildeten, hatten bei diesem Event die Möglichkeit, ihre Kollegen aus verschiedenen Kunstsparten kennen zu lernen. Freilich gibt es in Augsburg auch andere Möglichkeiten dafür, z. B. das Festival „1000 Töne“, aber man besucht dann in der Regel nur die Auftritte der je bekannten Kunstrichtung, und auch der Eintritt für so ein Festival ist für viele teuer, denn nur wenige Kunstschaffende können ihr tägliches Brot durch ihre Kunst bestreiten.

Doch das Wichtigste dieses Empfanges fand nach den künstlerischen Darbietungen statt, begleitet von einem wunderbaren Büfett, das der Mesopotamien-Verein vorbereitet hatte: Die Möglichkeit, miteinander zu reden. Fast zwei Stunden dauerten intensive Gespräche in kleinen und großen Gruppen, am Oberen Fletz und draußen, wo sich die Raucher sammelten. Während dieser Gespräche trafen sich nicht nur Bekannte, sondern andere lernten sich erst dort kennen, und es wurden auch, wie ich gehört habe, die Möglichkeit von gemeinsamen Kunstprojekten besprochen.

Man muss den Organisatoren des Internationalen Künstlerempfangs danken, sowohl für die sehr interessanten Auftritte als auch für die Gelegenheit zu diesen intensiven Gesprächen, die hoffentlich für die Kultur unserer Stadt von Nutzen sein werden.

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