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Systemmensch

am 28.10.2011 veröffentlicht

Nur für den Dienstgebrauch. Teil 4 des Projekts von C. und F. Mardaus

Nur für den Dienstgebrauch. Teil 4 des Projekts von C. und F. Mardaus

     Sicher ist nur, daß man nichts vergessen darf. Daß man der Erinnerung ein Gerüst bauen muß, dann kommt sie schon. AD-2002-12-29    

     Genauer besehen: Etwas kommt uns zu, und das
in leichter Art und Weise. Aber, und hier mein Einwand. Welchen Status (um es mit Müller zu sagen) hat dann das menschliche Wollen, wenn es auf dieses nicht ankommt, sondern uns ja nur zukommt? Ist alles Wollen Irrtum und falsches Streben, wie du ja mit unbedingtes Wollen meinst? Gibt es also eines, dass unbedingt will, und daher leicht zukommt? Wenn ja, macht der Begriff des Wollens wenig Sinn. Na türlich nur sprachlogisch und nicht poetisch gedacht, aber ich bin ja ein Systemmensch, wie bekannt sein dürfte. Bis dann, Knork. AD-2006-10-13

     Es ist so ein wundes Wundern über die Welt, wie ich sie kenne. Ein nicht
a r t i k u l i e r t e s S t a u n e n d a r ü b e r . AD-2004-12-03

     Hier sind die Systeme am Laufen,
manchmal etwas knanksig und knorksig. AD-2000-10-03

     am nächsten Morgen ging ich an die Hängemappen um das herauszusuchen, was ich mir notiert hatte – ich wurde gut fündig in deinem System. Ich will nichts Trauriges darin haben, eher wie Träume: der Anfang ist dein Gesicht rechts unten in der Bahn. Es soll eine seltsame, innere Reise sein, schön und verräterisch, im Grunde der Dokumentation an dieser Stelle enthoben. Es soll sein wie Geschichten und speist sich doch aus realen Momenten, alles aus Deiner Wahrnehmung. Du bist im Zentrum, immer und ich lege nur brüchige, leichte Trittsteine. Noch schwer zu sagen, aber es könnte funktionieren. Natürlich auch mit SW-Bildern. AD-2003-02-10

     Ich stapfte frierend heim durch den Schnee – nur um M. beim Stoßlüften zu erwischen! Horror! Seine Thannhäuserin war ja da gewesen, aber alle Galle verging mir angesichts der kleinen Schuhchen und der samtrosa Puschelwuschel-Handschuhe mit den Pai llet tenherzen. Habe sie fotografiert, damit F. sie sieht. Ich war bis ins Bein gerührt und werde fürderhin nicht mehr lästern. Habe doch einen besseren Kern, als man vermutet. AD-2003-10-02

     Trinke niemals Salbeitee / mit Honig und Zitrone, / das schmeckt nach Hals- und Schädelweh / und säuert gar nicht ohne. AD-2011-02-09 Klage des Sal-bei-Te aus dem 13. Jahrhundert dürre Blätter wie Vogelschwärme, prallen an die Windschutzscheibe, fliegen auf – AD-2001-10-20
      Im März 2012 startet Frank Mardaus Ausstellung »Vertraulich, nur für den Dienstgebrauch« im Höhmanhaus. Bis dahin gewährt der Augsburger in a3kultur Einblick in seine Bild und Textarchive. 


www.mardaus.de 

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