Medienkunst bei MZ
am 09.12.2011 veröffentlicht
Bis Ende Januar zeigt die Galerie MZ beim Dom Arbeiten von Christopher Baker
Christopher Bakers Videoinstallation »Hello World! Or how I Learned to Stop Listening and Love
the Noise« aus dem Jahr 2008 ( Foto )
Die Arbeiten des USKünstlers Christopher Baker beschäftigen sich mit modernen Kommunikationsformen und deren Einfluss auf unser Leben. Es geht ihm nicht darum, zu werten oder zu urteilen. Im Gegenteil: Er akzeptiert die Veränderungen, steht ihnen positiv gegenüber und ist selbst Teil davon, aber er stellt feinsinnige Fragen nach den praktischen Auswirkungen. Seine Arbeiten thematisieren die komplexe Beziehung zwischen unserer Gesellschaft und ihren Technologien. Dieses Interesse kommt nicht von ungefähr. Baker ist Naturwissenschaftler und hat sich erst spät der Kunst zugewandt. Konkret fragt er, wie die zunehmende Vernetzung der Menschen durch die sich bietenden technischen Möglichkeiten unser soziales Verhalten verändert, und konfrontiert uns mit den bislang sichtbaren Folgen. Baker beschreibt seine Arbeiten als eine schwierige Balance zwischen wissbegierigem, technologischem Optimismus, analytischen Prozessen, einem tief verwurzelten Skeptizismus und intuitivem Eingreifen. In Augsburg präsentiert der Galerist Martin Ziegelmayr das Video »Hello World! Or how I Learned to Stop Listening and Love the Noise« aus dem Jahr 2008 und das Selbstporträt »My Map« von 2007. Der erste Titel spielt natürlich auf Stanley Kubricks bitterböse Satire »Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben« an. Der Film macht auf groteske Weise deutlich, dass einmal in die Welt gesetzte Aktionen nicht mehr zu kontrollieren sind, und zeigt, wie labil die Balance des menschlichen Lebens ist, die jederzeit durch Zufall und Versagen ins Ungleichgewicht geraten kann. Das Video »Hello World!« präsentiert einen Ausschnitt von ursprünglich mehr als 5.000 VideoTagebüchern, die Baker aus SocialMediaPlattformen und Portalen wie Youtube, Facebook und Myspace kopiert und rasterartig auf einer Projektionsfläche zusammengestellt hat. Jeder Videoclip zeigt eine Person, die in die Kamera und nach Einspeisung in das Internet in den weiten Raum des World Wide Web spricht – namenlos, ortlos und beziehungslos. Denn der Redende sitzt allein in einem Zimmer und hat als Gegenüber eine Maschine.
www.galerie-mz.de
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