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Manche Fragen sind tabu
am 05.12.2011 veröffentlicht
a3kultur-Mann Arno Löb traf sich mit dem Krimiautor Peter Garski, um über
Mord und Totschlag sowie seinen demnächst erscheinenden neuesten
Augsburgkrimi »Rotgrünweiß macht heiß« zu plaudern.
a3kultur: Spektakuläre Morde sind in Ihren bisherigen acht Augsburgkrimis zahlreich vertreten. In Ihrem letzten Roman »Afras Wunderbalsam« gehen die Verbrecher besonders grausam mit ihren Opfern um. In einem unterirdischen Labor wird einer tätowierten Stripperin die Haut abgezogen und an einen perversen Sammler in Japan verkauft. Finden Sie das nicht zu brutal?
Garski: Na ja, meine Verbrechen sind ja nur Worte auf Papier. Sie dienen der Unterhaltung mit einem leichten Gänsehautfaktor. Außerdem kann sich der Leser auf die böse Welt ringsum besser einstellen. Wer Krimis liest, hat meiner Meinung nach viel mehr Chancen, die Gefahren dieser Welt besser zu überstehen, denn er ist literarisch schon auf die schlechtesten Menschen vorbereitet.
Bauen Sie auch echte Mordfälle aus Augsburg in ihre Krimis ein?
Ganz selten. Manchmal erwähne ich sie, wenn sich die Ermittler oder die Verbrecher in meinen Romanen über das gefährliche Augsburg unterhalten. Ungewöhnliche echte Todesfälle wie ein im Spülbecken ersäufter Kellner werden schon mal bei einem Bier in der Kneipe erörtert.
Wurden Sie bei dem aktuellen Kriminalfall, bei dem ein Augsburger Polizist am Hochablass erschossen wurde, auch schon gefragt, wie man diesen Mord aufklären könnte und wie man den Todesschützen erwischen könnte?
Ja, das sind schon einige Leute an mich herangetreten und wollten meine Meinung hören, wie ich das Schussgefecht zwischen den verfolgten Motorradfahrern und den beiden Polizisten im Siebentischwald beurteile und welche Schlüsse ich daraus als Krimiautor ziehen würde.
Und?
Da sage ich lieber nichts dazu. Sie müssen verstehen, dass ich als Krimiautor auch völlig verrückte Ideen habe und denen nachgehe. Das ist nichts für die normale und seriöse Polizeiarbeit. Das macht die Augsburger Polizei schon hervorragend, da bleibt kaum ein Mordfall ungelöst.
Wie hätten denn Ihre etwas schrägen Augsburger Privatschnüffler Klaus und Helle die Spuren der Polizeimörder vom Hochablass verfolgt?
Ich denke, sie hätten mal probiert, nachts mit dem Auto über den Hochablass ein Motorrad zu verfolgen. Wie das funktioniert und wie lange das dauern kann. Hinterlässt das Spuren? Kann eine Polizistin nach einem derartigen Schusswechsel wirklich genau wissen, was geschah? Dann hätten Klaus und Helle mit der Kommissarin Sara Insagg von der Augsburger Mordkommission ein paar Schüsse im nächtlichen Siebentischwald abgefeuert, um feststellen zu können, wie weit man diese hören kann. Vielleicht bis zu den Wohnhäusern im Spickel?
Ist das alles? So einfach fangen ihre Krimifahnder hinterlistige Kriminelle?
Nein, da wären noch einige schonungslose Fragen zu stellen und es wäre mit ungewöhnlichen Methoden den merkwürdigsten Spuren nachzugehen, glaube ich als Krimiautor mit zu viel Fantasie, der überall nur Verbrechen wittert. Amerikanische Kollegen scheuen ja nicht mal davor zurück, einen Polizeichef als korrupten Gangster zu schildern. Man stelle sich das mal hier in Augsburg vor!
Auf keinen Fall! Könnten Sie sich aber vorstellen, als Krimiautor mitzuhelfen, einen echten Kriminalfall in Augsburg aufzudecken?
Wenn ich helfen kann, dann helfe ich. Aber an einer quälenden Diskussion über dubiose Vermutungen und abseitige Fragen bei einem echten Mord in Augsburg würde ich mich erst einige Jahre später beteiligen.
Warum? Wovor haben Sie Angst?
Irgendwelche ungewöhnlichen Fragen öffentlich zu stellen, das ist bei einem aktuellen Mord – außer für die Polizei – ein absolutes Tabu. Da sind tiefe Kränkungen, heftige Proteste und seelische Verletzungen vorprogrammiert. Noch haben wir nicht die offene Denkweise, um auch schmerzhafte Fragen öffentlich zu stellen, die nach einem schrecklichen Geschehen eigentlich gestellt werden müssten. Außerdem hindert einen daran auch der Respekt vor den Angehörigen eines Menschen, der durch ein Verbrechen ums Leben gekommen ist.
Was passiert in Ihrem neuen Krimi »Rotgrünweiß macht heiß«, der bald herauskommen soll? Es soll ja um Gangster, Entführung und Mord im Augsburger Fußball gehen.
Es beginnt mit einem Schusswechsel in einer Bank am Augsburger Rathausplatz und zieht sich hin bis zu einem blutigen Kampf im Goldenen Saal des Rathauses. Der mysteriöse Sohn eines reichen Scheichs, der sich beim FCA einkauft, wird in die Entführung eines teuren Fußballstars hineingezogen. Verdächtigt wird hierbei auch ein bekannter FCA-Torjäger, der von Trainer, Manager und Präsident kaltgestellt wurde.
Können wir auf spektakuläre und witzige Szenen hoffen, für die Ihre Krimis geliebt werden?
Alles verrate ich noch nicht, aber Elefanten trampeln auf Unschuldigen herum und die lebenslustige Mutter der Kommissarin scheint eine geheime Liebesaffäre mit einem hohen Augsburger Polizeibeamten aufwärmen zu wollen. Gerätselt wird auch, warum ein Kultur- und Sportpolitiker durch einen Fanschal der Panther im Grab landet. Bei einer perversen Fetischparty kommen die Privatschnüffler Klaus und Helle auf die Super eines Verdächtigen, von dem manche glauben, er sei ein homosexueller Fußballtrainer.
Sie wagen es wirklich, schwule Fußballer zu erwähnen? Die gibt es doch gar nicht, oder?
Offiziell nicht, außer man würde den Fall mit dem Oberschiedsrichter aus Augsburg und seine Affäre mit einem jungen Schiedsrichter in diese Schublade stecken. Wobei nicht uninteressant ist, dass nun der Oberschiedsrichter den Deutschen Fußballbund und viele Schiedsrichter der Steuerhinterziehung bezichtigt. Manche behaupten, dass laut Statistik jeder zehnte Mann homosexuell veranlagt ist, also müsste sich in jeder Fußballelf mindestens ein schwuler Kicker befinden.
Welche Stelle sollte man in Ihrem kommenden Krimi »Rotgrünweiß macht heiß« auf keinen Fall überlesen?
Hm, natürlich die Stelle, wo Ermittler Klaus Kessler und die Kommissarin Sara Insagg in der Augsburger Fußballarena vor einem Killerkommando flüchten müssen. Peter Garski hofft, dass sein Krimi »Rotgrünweiß macht heiß« einige Tage vor dem 24. Dezember 2011 erscheinen wird. Von Peter Garski sind zurzeit erhältlich: »Der Perlachmord«, »Das Fuggerei- Phantom«, »Panik in der Puppenkiste«, »Geheimnis im Glaspalast« und »Afras Wunderbalsam «. Die Garski-Krimis »Der Plärrer-Killer« und »Der Intendant stirbt dramatisch« werden nachgedruckt. Mehr Information über alle Krimis von Peter Garski:
www.garski-krimis.blogspot.com, www.garskis-krimi-tage-buch.blogspot.com
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