a3kultur
Slideshow



Slideshow image
Slideshow
Slideshow

Lulu in Augsburg

am 09.12.2011 veröffentlicht

„Ich greife in den Himmel und stecke mir die Stern´ ins Haar!“ Lulu, eine 12 Ton Opernpremiere im Stadttheater Augsburg. Eine Kurzkritik von Jürgen Kannler

„Ich greife in den Himmel und stecke mir die Stern´ ins Haar!“ eine 12 Ton Opernpremiere im Stadttheater Augsburg. Eine Kurzkritik von Jürgen Kannler

Als Stadttheater könnte man sich die Vorweihnachtszeit auch gemütlicher einrichten als mit einer 12 Ton Opernpremiere. Am zweiten Advent hob sich in Augsburg der Vorhang zum ersten Mal vor Alban Berg epochales Werk Lulu. Stolze 75 Jahre ist es nun bald her, dass diese damals gänzlich unerhörte Musik in Zürich zur Uraufführung kam. Und immer noch ist vielen Menschen dieser Klang fremd. Dagegen spielte an diesem 4. Dezember GMD Dirk Kaftan mit seinem wunderbaren Orchester an. Von Akt zu Akt wuchs die Leidenschaft mit der unsere Symphoniker den Abend zu einem Erlebnis machten und es verschmolz die Klasse des GMD mit der seiner Musiker, von denen nicht wenige in eigenen Projekten der neuen, der Zukunftsmusik huldigen.

Die Inszenierung von Monique Wagemakers erzählte die Geschichte von Lulu, dieser starken Frau ihrer Zeit ohne viel Tand und vermeidet unnötigen Opferschmus. Ihre Ausflüge in die bunte Zirkuswelt im ersten Akt sind zum Glück ohne weitere Bedeutung und ihre Führung der einen oder anderen Rolle ist zumindest nicht unumstritten.

Halt fand die düster, melancholische Geschichte nach Frank Wedekind immer in Momme Röhrbeins unaufgeregter Bühne. Starke, großflächige Projektionen, davor eine Installation aus Stahlbrücke auf einem Drehtürenarrangement. So werden multiple, zeitlose Räume geschaffen und dezent möbliert. Passend dazu die Kostüme von Angelika Rieck. Rundum ein gelungenes Arrangement auch hier.

Groß, in der Titelrolle Sophia Christine Brommer. Ebenso Stefanie Hampel, Petar Naydenon, Marlin Miller, Stephen Owen in diversen Rollen. Kerstin Descher als Gräfin eher nicht überwältigend. Schigloch, Peter Mazura, ein Erlebnis. Besuchen sie Lulu, sie wird wohl nicht allzu lange in Augsburg beleiben und holen sie die neue Musik von damals ins heute. Eine Kurzkritik von Jürgen Kannler

Weitere Termine: 14., 18., Dezember, sowie 8. und 28. Januar

www.theater-augsburg.de

Zurück