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Gerüstet Vita

am 07.12.2011 veröffentlicht

Ein Projekt von C. und F. Mardaus

Ein Projekt von C. und F. Mardaus

aus dem notizbuch des künstlers: auch ich habe bürgerliche unkosten. letzthin erst habe ich eine warme künstlermahlzeit bekommen, auf gutschein. wo sind die artist bags für die kalte lasagne? ja, wenn sie mich so fragen, dann habe ich es zu was gebracht. ich heize. also bin ich. a propos: rechtzeitig wieder den kohleantrag stellen, diesmal besser achten auf paragraph 187, absatz 2, ziffer 325 a-c. bin archiv, bin system. achtung: künstler, bist du schussfest? qualität ist eine ästhetische form der macht. es gibt sie nicht ohne macht. besuche morgen einen kranken maler, der trifft sich mit seinen freunden immer im thanatos-stüberl. es muss krachen und es muss zischen. ja, wo leben sie denn? in einem anderen zeitstrom frank mardaus (1969- aber wir kommen dem eines jeden anderen doch nicht aus. weil wir gut sein wollen, leben wir in einer zeit der schöpferischen kontemplation, aber auch in jener der (neoliberalen) marktwirtschaft. schon wieder soll ich bei der kartei der not mitmachen. warum immer ich? ein künstler braucht muße, er bedient sich der erinnerung. genaue beobachtung der gesellschaft und seiner selbst ermöglichen vision und prophezeiung. das ist die künstlerische zeit wolfgang mennel (1955- wer sich nun angesichts dieser hehren philosophie schon auf die harte realzeit freut, wem jetzt schon auf der zunge liegt: »und??? wovon zahlst du deine miete???«, dem sei gesagt: »das darf deine erste frage nicht sein.« schlüpf in die künstlerpantolette und verwahre die welt, sie nimmt notiz. ganz im vertrauen: können sie davon leben? können sie damit leben? übermorgen habe ich schon wieder nichts getan. finde das langsam nicht mehr lustig. geweint. ja, wir schlafen jeden tag caroline mardaus (1958- aus, wir sind so. lustig ist das zigeunerleben, faria, faria ho. bin archiv, bin system. geht das denn, ich meine, wovon leben sie. brauchen doch dem kaiser kein zins zu geben. wir können ihnen uns leider nicht ersparen. gerüstet sollen wir sein. vom schönen verstehe ich leider gar nichts, sagte der herr von der stadtverwaltung neulich mit verlegenem lächeln. warum machen die es nicht ein bisschen gefälliger. kompliziert ist die welt doch schon genug. lustig ist das zigeunerleben. es wird, so werde ich morgen schreiben, ein leben gewesen sein, von bis wo des zigeuners aufenthalt. AD-2006-06-17  

www.mardaus.de

 

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