Geh und sei vorsichtig
am 19.01.2012 veröffentlicht
Ein Projekt von C. und F. Mardaus
Er sah schmal und schön aus in seinem Anzug, der ein bisschen zu klein ist, fein und unbekannt das Gesicht: einer, der aufbricht eben. Es war hell und alles voller Schnee und er trug seinen schweren Rucksack, aber keinen Mantel, nur diesen dunklen Anzug. Der Tag hüllte mich in einem Kokon, langsam und vorsichtig ging ich mit mir herum. So gern möchte ich ihm in allen Gestalten immer wieder begegnen, eine andere Art der Wandlung – und vielleicht ist das ja auch so. Und umgekehrt in gewisser Weise. AD-2003-02-02
Das, was man von außen sehen konnte, war unglücklich und unbefriedigend. Innen war es sehr reich. Ich bin unbeholfen. AD-2003-04-17
Der Flug am Freitag um 15 Uhr ging schnell, die Antonov zog im Nu hoch, die zweihundert Meter, die sie brauchte. Das Meer unter uns, die flachen Sandbänke, die ein ängstliches Gemüt nach fünf Minuten fälschlich für unsere Insel hielt. Kann doch sein, oder? Vor allem, wenn man mit zugehaltenen Ohren nichts Besseres weiß, als die Bedienungsanleitung fürs Notwassern zu studieren, was gestern abend noch für ausgelassenes Gelächter sorgte. AD-2003-08-01
wir muessen vorsichtig miteinander umgehen. es ist so sehr wichtig, man muss manchmal so tun, als sei es ganz fein und leicht. das haben wir immer gekonnt. AD-2004-08-04
Hier spricht Madame Sauvage, die künftige Königin des Mittleren Lechs! AD-2003-04-23
Er las, während ich darauf lauschte, was die Anwesenheit eines geliebten Menschen verrät: das leise Schaben des Zeitungspapiers auf der Bettdecke oder dem Handgelenk, der kaum hörbare Atem, das feine Geräusch beim Berühren der Augenbrauen (ja, wie ich das noch weiß), die Anwesenheit eines Menschen, der still ist. AD-2011-02-08
We could have a great time with decades of old photographs. We barely scratched the surface when you were here. AD-2005-11-25
Chiffre: Das glitzernde Stäubchen eines Adventskalenders auf meinem Ärmel läßt eine Welt wieder auftauchen. Unsichtbar für andere, wird es Träger zahlloser Bilder, wenn es denn wahrgenommen wird. Wie gefährdet also existiert dieser Raum in greifbarer Nähe, geht achtlos verloren und entfaltet sich nicht. Eine vernachlässigte Fülle von Zeichen und Zeiten. AD-2003-12-20
Im März 2012 startet Frank Mardaus Ausstellung »Vertraulich, nur für den Dienstgebrauch« im Höhmanhaus. Bis dahin gewährt der Augsburger in a3kultur Einblick in seine Bild und Textarchive.
www.mardaus.de
Zurück
|