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Endspurt

am 12.02.2012 veröffentlicht

Mit dem heutigen Tag geht das Brechtfestival 2012 zu Ende. Auch am Wochenende war wieder einiges geboten

Mit dem heutigen Tag geht das Brechtfestival 2012 zu Ende. Auch am Wochenende war wieder einiges geboten

Fiesling geht baden
Im Alten Stadtbad gab es gleich zwei etwas andere Vorstellungen von Brechts "Baal" zu sehen. Das Publikum durfte, am Balkon stehend, auf das Schwimmbecken herunterblicken und von dort aus der Vorstellung folgen. Am Beckenrand und im Wasser schlüpften die Schauspieler abwechselnd in die Rollen von Baal, seinem Freund Ekart und ihrer Geliebten Sophie. Mit Videoprojektionen an der Decke der Schwimmhalle wurde diese mal zum Himmel, mal zum Wasser und so ebenfalls in die Handlung miteinbezogen.
Durch die ausgefallene Location unterschied sich die Aufführung des Künstlerensembles Bluespots Productions wohl maßgeblich von bisherigen Inszenierungen. Im Rahmen der kurzen aber interessanten Vorstellung zeigten sie Brechts Jugendstück voller Lyrik und Gewalt.


Elefantenrunde

Wie stehen Sie persönlich zu Bertolt Brecht? So begann die große Politdiskussion im Goldenen Saal, und wie den meisten von uns, begegnete Brecht auch den auf dem Podium sitzenden Politikern bereits in der Schule. Dann durfte auch gleich diskutiert werden über Literatur und Geisteswissenschaften in der Schule, über die Brechtrezeption vor und nach der Wende, über Kultur und Subkultur, über das Theater und viele weitere Themen, eben über alles, was in eineinhalb Stunden zu Brecht, Kunst und Politik gesagt werden kann. Die Bundestagsmitglieder Claudia Roth und Gregor Gysi sprachen mit Thomas Goppel, Sebastian Nerz und Michel Friedman sowie Julian Nida-Rümelin. Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Bönte. Fast hätte einem der Jüngste in der Runde, Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, leid tun können, musste er sich doch mit weitaus geübteren Diskutanten streiten. Dennoch erntete er genauso viel Zustimmung vom Publikum wie seine Kollegen. Für eine schöne musikalische Untermalung sorgten Rainer von Vielen (Foto).


BerliNoise

Eine wunderbar verrückte Meret Becker sang, sprach, zauberte und trank sich am Samstag zusammen mit den „Tiny Teeth“ in die Herzen der Zuschauer. Das Programm „BerliNoise“ ist eine Zaubershow, mitsamt weißem Kaninchen, das über die Bühne hoppelt. „Harvey“ heißt es, oder war das der Name des musizierenden Plüschkaninchens? Wie auch immer, ob auf Englisch, Französisch, Deutsch, oder einfach nur Wasser gurgelnd, singen kann Frau Becker auf allen Sprachen. Auch die Instrumente sind von einer etwas anderen Art, hier eine singende Säge, dort singende Gläser und um den Hals eine Tröte. Eine wahrhaft märchenhafte und lustige Vorstellung.

www.brechtfestival.de


 
 

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