|
Brecht, zum DrittenDem am 10. Februar 1898 in Augsburg geborenen Dichter und Dramatiker wird abermals ein Fest gewidmet »DER MENSCH IST ERST WIRKLICH TOT, WENN NIEMAND MEHR AN IHN DENKT.« Frei nach diesen Worten Bertolt Brechts blickt die Stadt Augsburg ab dem 2. Februar auf einen ihrer großen Söhne zurück. Zum dritten Mal öffnet das Brechtfestival seine Pforten zu elf Tagen Theater, Gespräch, Musik und vielem mehr ... alles rund um Brecht. Die Eröffnung im Goldenen Saal wird von Katrin Bauerfeind moderiert und bietet neben Künstlergesprächen und Filmzuspielungen auch musikalische Kostproben, sowie eine Vorschau auf das diesjährige Programm. Nachdem in den letzen Jahren die Themen Film und Musik im Mittelpunkt des Festivals standen, geht die Trilogie nun mit dem Schwerpunkt Politik zu Ende. Passend zur Thematik wird das Rathaus mit einigen Veranstaltungen im Zentrum des Festivals stehen. Wie es mit dem Brechtfestival und Festivalleiter Joachim Lang nach Abschluss des Triptychons weitergehen wird, ist noch unklar. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass das Erbe Brechts in seiner Geburtsstadt lebendig gehalten wird. Viel Theater um Brecht Das diesjährige Brechtfestival hat vor allem theatralisch einiges zu bieten. Neben der Wiederaufnahme des Stücks »Die Maßnahme«, mit dem das Festival im letzten Jahr einen überaus erfolgreichen Abschluss feierte, werden dieses Jahr zwei Uraufführungen zu sehen sein. Mit dem »Augsburger Kreidekreis« kommt eine Erzählung, die Brecht 1940 im Exil verfasste, erstmals auf die Bühne. Das Besondere bei diesem Stück ist, dass es im Text selbst und in der Inszenierung im Augsburger Rathaus spielt. »Plan B – Die Stadtratssitzung« von Sebastian Seidel ist die zweite Uraufführung im Rahmen des Brechtfestivals. Mit Originalzitaten werden hier in einer fiktiven Stadtratssitzung alle Pleiten und Pannen aus 50 Jahren Politik um Brecht aufarbeitet und die Frage gestellt, ob es beim Umgang mit Brecht überhaupt noch um den dichterischen Inhalt oder doch nur um leeres Stadtmarketing geht? Ein weiteres Stück präsentiert das junge Künstlerensemble Bluespots Productions im Alten Stadtbad. Sie schicken »Baal« unter Wasser und bieten damit eine sehr ausgefallene Location für ihre Interpretation von Brechts Stück. Zurück |