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Blutsauger

am 05.12.2011 veröffentlicht

»Der kleine Vampir« feierte Premiere im Theater Augsburg am 13. November. »Der kleine Vampir« ist bis zum 25. Dezember zu sehen.

»Der kleine Vampir« feierte Premiere im Theater Augsburg am 13. November. »Der kleine Vampir« ist bis zum 25. Dezember zu sehen.

Blutsauger haben Hochsaison. Auf den Vampirkultzug sprang jetzt auch das Theater Augsburg mit einer farbenfrohen »Grusical«-Version der beliebten Kinderbuchreihe »Der kleine Vampir« von Angela Sommer-Bodenburg auf. Empfohlen für Kinder ab sechs Jahren, setzte die etwas blutleer anlaufende Inszenierung von Ramin Anaraki weniger auf schaurige Horroreffekte denn auf eine gemäßigte punk-rockige Live- Bühnenmusik von Adrian Sieber, um die abenteuerliche Freundschaft zwischen dem menschliche Nähe suchenden Vampirjungen Rüdiger und dem offensichtlich linkisch-ängstlichen Draculafan Anton (Tjark Bernau) auf die Bühne zu stellen. Das Musikertrio integrierte sich bestens ins Drehbühnengeschehen (Ausstattung: Susanne Hiller), das fließende Spielortwechsel von Antons schickem Zuhause hin zur herbstlich belaubten Neon-Friedhofsgruft von Rüdigers schrill-durchgeknallter Vampirsippe – allesamt Fans von Stephenie Meyers Kinohelden – erlaubte. Gleichzeitig spiegelten die Songs mit frischen musikalischen Akzenten und rhythmischem »Biss« die Stimmung der kleinen und größeren Helden. Der neunjährige Schüler Anton Bohnsack und seine quietschfidelen und frisch verliebt im Partnerlook umhertanzenden Eltern (Klaus Müller und Ute Fiedler) finden dank des naturgemäß stark müffelig (»Hier riechts aber komisch!«) riechenden Vampirteenagers Rüdiger näher zueinander und bei der nächtlichen Tanzteeparty am Happy End zu neuer Toleranz gegenüber den außergewöhnlich lebendigen Freunden ihres Sohnes. So jagen sie vereint im Draculalook sogar noch den ambitionierten Vampirjäger Geiermeier samt Holzklötzchen in die Schranken. Klar sammelte der immerhin schon 246 Jahre alte Rüdiger von Schlotterstein, den Ulrich Rechenbach mit dezent-melancholischer Note spielte, gemeinsam mit seiner frisch in Anton verliebten Schwester und Milchzahnvampirette Anna (Olga Nasfeter) die meisten Sympathiepunkte beim jungen Premierenpublikum, das sich besonders über die Flugkünste dank Vampirumhang freute – die Eltern amüsierten sich dafür über ein Wiedersehen mit Christel Peschke, die als demente und »schrecklich « schräg-schusselige Vampiroma und mit Sprüchen wie »Ich glaub mein Sarg klemmt« für viele Lacher sorgte. Eine Kritik von Renate Baumiller-Guggenberger

Weitere Termine im Dezember:
2., 3., 6., 7., 8., 9., 11., 15., 18., 19., 21., 22. und 25.

www.theater1.augsburg.de  

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